Aluminiumfreie Deodorants | Wolkenseifen, Ponyhütchen und Schmidt’s im Test

Aluminiumfreie Deos

Ich werde immer wieder nach meinen Erfahrungen mit den aluminiumfreien und veganen Deocremes von Wolkenseifen gefragt und muss dabei auf das alte Blog verlinken. Es fehlt also definitiv ein Artikel neueren Datums dazu und so dachte ich mir, ich nutze die Gelegenheit und mache daraus gleich einen kleinen Vergleichstest.

Vorweg: An Aluminium in Deodorants scheiden sich die Geister. Immer noch. Noch ist nicht abschließend geklärt ob und wie Aluminium sich auf den Organismus auswirkt. Solange das der Fall ist, bin ich dazu übergegangen diesen Stoff, der nun einmal – zumindest für mich – nicht zwingend notwendig ist, so gut es geht zu meiden. Im Test treten neben meinem Favoriten „Weekender“ von Wolkenseifen auch Ponyhütchens „fresh & fruity“* sowie „Cedarwood + Juniper“ von Schmidt‘s* an. Alle drei ihres Zeichens Deocremes ohne Aluminium. Vegan und tierversuchsfrei.

In der Handhabung sind alle im Prinzip gleich: Man entnimmt eine Fingerspitze des Produktes (Lieber erst einmal zu wenig als zu viel!) und verreibt diese unter den Achseln. Die enthaltenen Inhaltsstoffe wirken nicht porenverengend, unterbinden also nicht die Transpiration, verändern das Bakterienmilieu jedoch so, dass kaum bis kein unangenehmer Geruch entsteht.

Während der Testwoche war fast alles dabei: Temperaturen von 5 bis 21 Grad, Bürostuhlplattsitzen, Fahrradfahren, mehr oder weniger schweißtreibendes Training bei der Physio, Yoga, schnelles Gehen, langsames Laufen… Ich behaupte also, dass ich mir ein relativ gutes Bild machen konnte. Doch sehen wir uns die Kandidaten mal im Einzelnen an.

Wolkenseifen Deo Creme Weekender

Wolkenseifen Deocreme

Packungsgröße

25 ml (Kunststofftiegel) und 50 ml (Aluminiumdose)

Preis

5,00 €, bzw. 7.00 €

Incis

Butyrospermum Parkii Butter, Solanum Tuberosum Starch, Sodium Bicarbonate, C.I.77947, Cocos Nucifera Oil,  Vitis Vinifera (Grape) Seed Oil, Tocopherol, Panthenol, Parfum (Citronellol, Geraniol, Linalool, Hexyl Cinnamal, Limonene)
(Quelle: wolkenseifen.de)

Duft

Langhaltender Duft nach frischer Wäsche und „direkt aus der Dusche“.

Eigenschaften

Mittlerweile steht es auch auf der Homepage: Die Creme von Wolkenseifen ist etwas körnig und weißelt auf den Fingern. Hände waschen nach dem Gebrauch ist Pflicht. Meine ersten Dosen waren da noch anders. Die Oberfläche war „schierer“, die Masse homogener. Ob eine Reformulierung stattgefunden hat vermag ich nicht zu sagen. Es fällt allerdings auf, dass die Konsistenz in den letzten vier Dosen (verschiedener Duftrichtungen) deutlich flüssiger, zum Teil richtig ölig war. Leider verbrauche ich so auch merklich mehr als bei den festeren Formulierungen, so dass ich bereits zwei kleine Dosen geleert habe.

Ich habe im Laufe der Monate die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Duftrichtungen bei mir gleich gut wirken. Mittlerweile habe ich fünf getestet und vor allem die weichen, pudrigen Düfte scheinen mit meiner Hautchemie nicht allzu gut zu harmonieren. Sie wirken – jedoch nicht so gut wie beispielsweise eben der Weekender. Mit ihm entwickle ich selbst in größter Hitze keinen unangenehmen Geruch.

Ponyhütchen Fresh & Fruity

Ponyhütchen Deocreme

Packungsgröße

50 ml (Kunststofftiegel)

Preis

8,84 €

Incis

bio-kokosnussöl (kba), natron, bio-sheabutter (kbA), sonnenblumenöl, bio-macadamianussöl (kba), zinkoxid, kaolin, stärke, ätherisches mandarinenöl

Duft

Aufgrund des Verzichtes auf synthetische Duftstoffe fällt er hier etwas zarter aus als beim ersten Kandiaten. Die Deocreme riecht lecker nach Mandarine, hat aber durch das Kokos- und Macadamianussöl dennoch eine weiche Note.

Eigenschaften

Die Deocreme von Ponyhütchen sieht so aus, wie die von Wolkenseifen früher daher kamen: Weiß, glatt und samtig. Sie ist angenehm fest, wird bei Fingerkontakt aber sofort weich und leicht flüssig. Die Entnahme ist so deutlich sparsamer als bei Wolkenseifen. Nach dem Auftragen bleibt nur ein leicht öliger Film auf den Finger, kaum weißelnde Bestandteile.

Die Wirkung ist ähnlich gut wie beim „Weekender“. Schwitzen an sich wird nicht gänzlich verhindert, aber unangenehme Düfte werden vermieden. Da der natürliche Duftstoff deutlich schneller verfliegt als der frische Wäscheduft der Wolkenseifencreme, riechen die Achseln tatsächlich eher nach „nichts“. Wunderbare also für all diejenigen, die sich eine Deocreme wünschen, die nicht mit einem anderen Duft kollidiert.

Schmidt’s Deo Cedarwood + Juniper

Schmidt's Deocreme

Packungsgröße

60 ml (im Glastiegel)

Preis

8,84 €

Incis

Butyrospermum parkii (shea butter), Sodium bicarbonate (baking soda), Maranta arundinacea (arrowroot) powder, Theobroma cacao (cocoa) seed butter, Citrus bergamia (bergamot) essential oil, Citrus aurantifolia (lime) essential oil, Tocopherol (vitamin E), Humulus lupulus (hop) extract

Duft

Zedernholz und Wacholder. Warm, würzig, holzig und absolut unisex. Sonst eher beheimatet bei Vanille, Moschus, Kokos und Co. liebe ich es, diese süßen, warmen, weichen Düfte mit einer herben, kantigen Note zu kombinieren.

Eigenschaften

Die Deocreme von Schmidt’s ist die mit Abstand härteste der dreien. Zum Glück liefert die Marke aus Portland (USA) den Spatel gleich mit. Einfach ein wenig Produkt abkratzen und mit dem kleinen Helfer oder dem Finger auftragen. Ich persönlich nehme am liebsten die Finger, denn die Creme ist wirklich sehr fest. Nachdem ich die Fingerkuppe aber einige Sekunden in die Achsel gelegt habe, schmilzt das Produkt problemlos und lässt sich geschmeidig auftragen. Es bleiben kaum Rückstände auf der Haut. Durch die herben Noten harmoniert die Deocreme sehr gut mit der Haut und dem menschlichen Körpergeruch. Auch Schmidt’s Deo vermag die Bakterien in Schach zu halten und unangenehme Ausdünstungen zu verhindern. Mit der Feuchtigkeitsbildung durch Schwitzen verhält es sich wie bei den anderen beiden Kandidaten im Test.

Was mich auch schon zum Fazit bringt.

Fazit

Alle drei Testkandidaten wirken auf meiner Haut und bei meinen durchschnittlichen körperlichen Betätigungen sehr gut gegen Schweißgeruch. Das Schwitzen selbst kann und soll nicht verhindert werden, zu unansehnlichen feuchten Flecken kam es aber bei keiner der Deocremes. Am Ende ist vor allem die Konsistenz kaufentscheidend. Wer eher unempfindlich gegen körnige Bestandteile ist oder bereits seit längerem erfolgreich Deocremes auf Kokos- und Natronbasis verwendet, darf sich gerne kreuz und quer durch das Wolkenseifensortiment testen. Wer allerdings cremige und feine Konsistenten bevorzugt, dem seien die Creme von Ponyhütchen und Schmidt’s ans Herz gelegt. Auch wer synthetische Duftstoffe meiden möchte, ist hier gut beraten.

Keines der Deos hinterlässt klebrige oder färbende Rückstände. Für mich einer DER Vorteile gegenüber aluminiumhaltiger Produkte. Die Handhabung ist im ersten Moment sicherlich etwas ungewohnt. Die drei Sekunden extra – die das Auftragen jeden Morgen dauert – sind es aber wert. Die Deocremes reichen deutlich länger als ein Spray oder auch ein Roll-On, um eventuelle Schädigungen durch Aluminium muss sich niemand Gedanken machen und die Duftauswahl ist schier unendlich.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es in den ersten Tagen mit einem aluminiumfreien Deo passieren kann, dass man irgendwann doch etwas nach „Mensch“ riecht. Nicht unangenehm nach Schweiß, aber eben menschlich. Es scheint mir fast so, dass der Körper sich „entwöhnt“ und umstellt. Nach einiger Zeit schwitzt man dann aber weniger, bzw. anders. Tatsächlich ist es in meinem Fall so, dass ich auch mal den einen oder anderen normalen Tag ganz ohne Deo auskomme ohne zu müffeln. Körperhygiene ist gerade dann natürlich das A und O, aber ist es möglich 😉

Einzig bei sehr hohen Temperaturen würde ich heut noch zu einem herkömmlichen Deo greifen, dann vor allem aber aufgrund der Feuchtigkeitsbildung. Unter normalen Umständen gehe ich mittlerweile mit meinen Deocremes selbst in wichtige Meetings und auf großen Shoppingtouren.

 

*Die Deocreme von Ponyhütchen sowie die Creme von Schmidt’s wurden mir freundlicherweise kosten- und bedingungslos zum Testen zur Verfügung gestellt.

Dieser Artikel enthält Affiliate Links von Ponyhütchen. Heißt: Ich verdiene ein paar Cents, falls ihr was bestellt 😉

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14 Comments

  • Reply
    shadownlight
    20. März 2014 at 18:33

    danke für den tollen und informativen testbericht! hat mich sehr interessiert! gglg

    • Reply
      Kathrin
      20. März 2014 at 20:27

      Hallo shadownlight,

      danke für dein Feedback 🙂

      Viele Grüße
      Kathrin

  • Reply
    Ginni
    20. März 2014 at 20:17

    Ich kenne nur die von Wolkenseifen. Die benutze ich aber richtig gerne, mir kommt kein herķömmliches Deo mehr ins Haus.

    • Reply
      Kathrin
      20. März 2014 at 20:26

      Hey,

      wenn du die Deos magst, dann wirst du die anderen lieben 😉

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Reply
    Vanessa
    24. März 2014 at 12:31

    Hallo,
    auch von mir danke für diesen Vergleich! Verwende die Wolkenseifen auch seit fast 1 Jahr und bin sehr begeistert. Obwohl ich nicht weniger schwitze, riecht nix mehr unangenehm und auf diese Weise sind die sogar besser als viele Aluminium-Deos. Werde die anderen beiden auch mal testen…
    Viele Grüße!
    Vanessa

  • Reply
    Moppis Blog - Aus Freude.
    26. März 2014 at 11:12

    Ich habe auch die Deocremes von PonyHütchen und Wolkenseifen vergleichen und Deinen interessanten Beitrag verlinkt.

    http://moppis.blogspot.de/2014/03/blutenzauber-vs-perfect-day.html

    Viele Grüße,
    Moppi

  • Reply
    sandra
    18. April 2014 at 23:02

    Ähm… dir ist aber schon bewußt, daß das Ponyhütchen-Deo sehr wohl Aluminium enthält? Kaolin, weiße Tonerde, enthält Kaolinit = Al4[(OH)8|Si4O10]. Nicht dass Aluminium auf der Haut schädlich wäre, aber als Aluminiumfrei bewerben sollte mans dann trotzdem nicht. ~Eine Chemikerin

    • Reply
      Kathrin
      18. April 2014 at 23:14

      Hallo Sandra,

      davon habe ich noch nie etwas gehört. Was natürlich für mich als Nicht-Chemikerin nichts heißen muss. Ich höre mich mal um. Danke.

      Viele Grüße
      Kathrin

    • Reply
      Franzi
      19. April 2014 at 08:41

      Hallo Sandra, danke für den Hinweis! Ich kenne mich ja da nicht so aus, aber ist das dann genau das gleiche Aluminium wie in den konventionellen Deos? Also das, was in Verdacht steht, gewisse Krankheiten zu begünstigen? Das verstehe ich grad noch nicht so genau. 🙁 Liebe Grüße, Franzi

      • Reply
        Kathrin
        19. April 2014 at 09:27

        Hey Franzi,
        lies mal hier, anscheinend alles halb so wild: http://www.cosmetic-check.com/themen2012_04.php Unten, bei Aluminium Silicate. Die Schädlichkeit von Aluminium auf der Haut ist sowieso nicht abschließend geklärt. Immer noch nicht… Ponyhütchen selbst schreibt bewusst nur „aluminiumsalzefrei“.

        Lieben Gruß
        Kathrin

        • Reply
          Franzi
          19. April 2014 at 09:46

          Vielen Dank, liebe Kathrin! Das verwirrte mich grad nur ein bisschen. 🙂 Egal was nun ist. Ich werd eh bei den Deocremes bleiben. Auch weil sie so effektiv sind.

  • Reply
    Pia
    6. November 2014 at 17:21

    Hallo,
    Ich habe mir letzten die „grüne“ Variante der sogenannten pink box bestellt, die green box. Da war ein cremedeo von ponyhütchen dabei und ich konnte mir gar nichts darunter vorstellen, habe es aber dennoch gleich aus getestet. Dank deinem Eintrag weiß ich jetzt wesentlich mehr und werde es wohl auch regelmäßig benutzen. Danke!

  • Reply
    Pixella
    7. Mai 2015 at 02:15

    Ich habe mir jetzt mal das Deo von Ponyhütchen bei Kleiderkreisel günstig gekauft,mal schauen wie das ist.:)

  • Reply
    Dominique
    7. Juli 2016 at 19:45

    Hat jemand von Euch ein Deo von Schmidt’s schön länger in gebrauch? Wir sind drei Personen und alle drei sind allergisch darauf und kriegen Ausschlag unter den Achseln.. Dabei riecht das Cedarwood & Juniper so was von Hammer!

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