Vegane Parfums | Foody & Fruity | Früchte, Schokolade & Kaffee

Veganer Parfumguide

Enthält PR-Samples*

Pünktlich zur Schnupfenzeit geht es weiter mit meinem veganen Parfumguide. Das ist gar nicht so einfach, wenn der Geruchssinn deutlich eingeschränkt ist, aber nachdem mein erster Beitrag über „Non-Girly Parfums“ so gut bei euch ankam, möchte ich mich nun der nächsten Kategorie widmen: „Foody & Fruity“.

Foody & Fruity Parfums

Jenen Düfte, die in uns Erinnerungen an leckere Speisen hervorrufen. An Vanille, Kokos, Schokolade, Kaffee und all die anderen schönen Nuancen, die uns das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Oder aber auch abschrecken, denn ich kenne nicht wenige Menschen, die freiwillig niemals nach etwas Essbarem duften wollen. (Ich muss hier immer an die Aussage einer ehemaligen Kollegin denken, sie würde in der Disko immer den Kokosduft von Yves Rocher tragen. Denn „das sei der einzige Duft, den man auch in der vollen, dunklen, verschwitzten Disko deutlich wahrnehme.“ Tja, genau das liegt für viele wohl auch das Problem…)

Der Anteil der Foody & Fruity Parfums ist in meiner Duftschublade zugegebenermaßen mittlerweile etwas unterrepräsentiert. Zu meinen Teenagerzeiten war das noch anders. Ich sage nur „Pink Sugar“! (Gibt es das eigentlich noch? Das würde ich gerne mal wieder riechen.)

In den letzten Monaten habe ich ich also auf die Suche begeben und Ausschau gehalten. Ich habe vieles gerochen und verworfen. Zu flüchtig, zu langweilig, zu sehr „Putzmittel“. Aber ich habe auch einige Entdeckungen gemacht, die meine alteingesessenen Kandidaten wunderbar ergänzen.


Pacifica Island Vanilla

Diesen Duft hätte ich auch im vorangegangen Artikel über Düfte platzieren können, denn Vanille ist natürlich ein Gewürz. Ich hätte ihn aber auch in einen der nächsten packen können, der sich mit kuscheligen, weichen Düften beschäftigt wird. Da ich mit dem Duft von Vanille aber allem voran etwas Essbares verbinde und er von Haus aus gourmandig-süß ist, taucht er also hier auf. 

Pacifica ist bekannt für monothematische vegane Parfums und Island Vanilla ist für mich DER Vanille-Duft schlechthin. Süß, rein und sehr (!) haltbar. Hier reichen homöopathische Dosen.
Denn auch wenn der Duft offiziell aus mehreren Nuancen besteht, ist er er schlicht und einfach eines: Vanille. Man liebt es oder man hasst es und höchstwahrscheinlich wird man auch diesen Duft in großen Menschenmengen ausmachen können. Da die meisten Menschen Vanille als etwas sehr positives wahrnehmen, muss das erstmal nichts schlechtes sein. Die Dosis macht wie immer das Gift.  

Kopfkino:

Man sagt, dass Männer so auf diesen Duft anspringen, weil die mütterliche Brustwarze beim Stillen auch leicht vanillig duftet und so wohlige Kindheitserinnerungen geweckt werden. Mein Kopfkino ist freilich ein anderes: Milchreis bei Mama und Vanille-Teelichter von IKEA. Es kann so einfach sein. 

Noten: Tahitianische Vanille, Honig, Jasmin, Tee
(Top, Herz und Basis sind meiner Meinung nach aber nicht wirklich auszumachen.)

Vegane Parfums Pacifica Vanilla Red Guava


Honoré de Prés Love Coconut*

Keine Sorge. Dies hier ist keine von den Kokosnüssen, die man 10 m durch die Disko riecht.
In dem Duft von Honore de Pres ist zwar – wie der Name schon sagt – tatsächlich ordentlich Kokosnuss enthalten, diese bekommt aber durch Koriandersamen und -blätter eine deutliche grüne Note, die ich so in bisher keinen Duft wahrgenommen haben. „Coconut with a twist“. Im ersten Moment kann diese Note etwas irrirrend wirken, aber auch faszinieren.

Nach gut einer Stunde weicht das krautige Grün und die satte Kokosnuss kommt durch. Ebenso Vanille und etwas helle Zeder, was den Duft angenehm weich, aber nicht zu süß macht.

Kopfkino: 

Ein tropischer Wald nach einem Regenschauer. Eine drückende Feuchte, getränkt mit dem Duft von Hölzern und Gewürzen liegt in der Luft. Eine Kokosnuss fällt vom Baum, zerschellt am Boden und lässt ihr frisches, klares Wasser in den weichen, grünen Waldboden sickern. 

Kopfnoten: Samen und Blätter von Koriander, frische Kokosmilch
Herznoten: Tonkabohne und Bourbon Vanille
Basisnoten: Weißes Zederholz, Kokosnuss-Essenz 

Pacifica Hawaiian Ruby Guava*

Auch hier steckt Kokosnuss drin, allerdings noch subtiler als bei HdP. Hawaiian Ruby Guava startet spritzig mit Pomelo und Guave, wird aber schon nach kurzer Zeit weicher und die Kokosnuss kommt durch. Dank der Agrumen bleibt sie jedoch frisch und leicht und wird nicht klebrig-süß, die man es von manch anderem Kokos-Duft gewohnt ist.

Dieser hier bleibt alltagstauglich. Für mich ein perfekter Kandidat für den Sommer für all diejenigen, die es frisch (aber nicht aquatisch) und süß (aber nicht schwül) mögen. Dieser Duft ist süß-sauer wie frisch aufgeschnittene Guave, pink wie spritzige Pomelo und ein wenig samtig-süß wie Kokosmilch. Für mich einer der schönsten cruelty free Sommerdüfte. 

Kopfkino:

Es wird Abend und die glutrote Sonne küsst die violetten Wellen. Ich ziehe mein Tuch etwas fester um die  Schultern. Vom Meer weht eine warme Brise über meine salzige Haut. Ich lasse mich treiben von den Klängen am Strand. Der Duft von Sonnencreme mischt sich mit dem Cocktail in meiner Hand. 

Noten: Guave, Pomelo, Kokosnuss

Vegane Parfums Parfumguide

 

100Bon CARVI & jardin de FIGUIER

Kümmel? Seriously? Auch wenn ich dem Gewürz ansonsten nicht viel abgewöhnen kann, macht er sich in diesem Duft erstaunlich gut. Was allerdings auch daran liegen kann, dass die Feige überwiegt und der Kümmel als solches sehr subtil auftritt.

Carvi & jardin de FIGUIER kommt süßer als beispielsweise Premier Figurier von L’Artisan daher. Die Himbeeren kommen zu Beginn deutlich heraus, danach übernimmt zuckrig-süße Feige, die auch im Abgang nie wirklich „grün“ wird, sondern weich und samtig bleibt. Ein schöner, etwas süßerer Alltagsduft, der durch die fruchtige Feige eine gewisse Leichtigkeit bekommt. Definitiv ein Sommerkandidat. 

Kopfkino: 

Manchmal sind es die einfachen Dinge. Vor Jahren aß ich in Oranienburg bei einem Italiener einen Nachtisch, dem ich heute noch nachtrauere: Vanilleeis mit eingelegten Feigen und grünem Pfeffer. Ein Gedicht, was ich so nie wieder irgendwo fand. Genau daran erinnert ich dieser Duft. 

Kopfnoten: Mandarine, Feige, Himbeeren
Herznoten: Veilchen, Jasmin, Rose, Kümmel
Basisnoten: Zeder, Samt, Schlagsahne

 

R.L. Linden #2 Ritual Chocolate*

Für diesen Duft muss ich mich gleich vorweg entschuldigen. Denn R.L. Linden gibt es als Marke nicht mehr (Was sehr schade ist!) und auch vom 2 Ritual Chocolate sind online nur noch Restbestände erhältlich. Dennoch möchte ich euch dieses Prachtstück nicht vorenthalten und wer kann, sollte sich eines der letzten Exemplare sichern. 

Während die vorangegangen Düfte eher in die liebliche, helle Richtung gehen, begeben wir uns hier auf dunkle Pfade. 

Kopfkino: 

„Ein Gläschen noch…“ Dumbledore beugte sich in seinem knarrenden Schaukelstuhl vor und griff zu der kristallenen Flasche auf dem Tisch. Die Flammen im Kamin warfen lange Schatten an die hohen Regale, die über und über gefüllt waren mit Büchern. Er hatte jedes einzelne gelesen. Sie offenbarten ihm ihre Geheimnisse gerne in Begleitung eines edlen Tropfens. Nur noch nicht jenes, welches offen auf seinem Schoß lag. Das musste er ändern.

Noten: Kakao, bittere Mandeln, würziger Kardamom und gereifter Cognac.

Lush Cardamom Coffee*

Dieser Duft hat mich überrascht. Nach Recherchen im Internet war ich mir ziemlich sicher, dass ich ihn mögen würde. Als ich ihn dann jedoch im Store geschnuppert habe, bin ich fast hintenüber gefallen. Was mir da entgegen kam war beißend, stechend und alles andere als wohlig. Ich hatte fast ein wenig Angst vor dem Eintreffen des PR-Sample einige Tage später.

Zum Glück stellte sich dann jedoch heraus, dass der Flakon im Laden anscheinend aufgrund von langer Lagerung und Wärme gekippt sein musste. Denn was mir jetzt entgegenschweppte war tatsächlich das, was ich erwartet hatte: Kardamom, Rauch und etwas Süße.

Interessanterweise ist offiziell kein Kaffee enthalten, aber die Mischung aus Kakao und Oud lässt ihn in der Nase entstehen. Der Duft startet mit einer vollen Prise Kardamom und wird dann weicher und rauchiger. Meine erste Assoziation: Türkischer Mokka.

Nach gut einer Stunde übernimmt die sehr dezente Rose und geht mit dem Kakao eine sinnliche Symbiose ein. Cardamom Coffee ist ein wohliges Unisex-Parfum mit einer rauchigen Note für alle, die Etwas abseits des Mainstreams tragen möchten. Smokey Eyes für die Nase sozusagen.

Kopfkino:

Die Nacht legt sich über die Wüste. Die Sterne am Firmament tanzen mit der Glut eines Lagerfeuers. Das Knistern der Flammen mischt sich mit dem leisen Brodeln des Mokkas in einer kleinen Kupferkanne. Der Dampf wird erfüllt von Kardamom und Rosenwasser und vereint sich mit dem Rauch des Feuers. 

Noten: Kardamom, Rose, Kakao, Olivenblatt-Absolue, Oud

Vegane Parfums food and fruity

P.S.: Bei den mit einem * gekennzeichneten Produkten handelt es sich um PR-Samples. Diese wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

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2 Comments

  • Reply
    Fashionqueens Diary
    22. Februar 2018 at 08:02

    Ich habe mir die Seite direkt mal gespeichert, denn ich liebe all diese Düfte total und mag aber auch Abwechslung, so dass ich gern mal nach neuen Parfums Ausschau halte. Danke daher für die tolle Zusammenstellung!

    • Reply
      Kathrin
      22. Februar 2018 at 08:44

      Das freut mich sehr. Vielen lieben Dank fürs Lesen 🙂

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