#echtlowbuy | Meine Mission für 2019: Weniger ist mehr.

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Mist, mein Peeling ist alle. Ach, ich glaube, ich habe letztes Mal ein Back-Up mitbestellt. Das müsst doch hier im Schrank stehen. Moment. Gleich hab ich’s. Ich nehme die Kiste mit meinen unangebrochenen PR-Samples und Einkäufen heraus. Ihre Zeit wird noch kommen. Aber wo ist das verflixte Peeling? Ohne das geht es nicht. Ich habe es schon mindestens 10 Mal gekauft. Ein OG. Immer im Haus, wird immer wieder verbraucht. 

Ich wühle mich durch Duschgele, Shampoos, Cremes, Badezusätze und MakeUp. Einiges davon liegt hier schon recht lange. Aber die Vorgänger sind noch nicht leer. So schnell wird’s ja auch nicht schlecht. Ah, hier ist das Peeling. Schranktür zu. Alte Packung in den Müll. Neue auf’s Badregal… Ich könnte mal wieder ausmisten.

Nein, keine Sorge. Das hier wird kein Marie Kondo 2.0. Das wird mein #echtlowbuy.

Denn obwohl ich im letzten Jahr verstärkt darauf achtete, welche PR-Samples ich annahm und welche Produkte ich kaufte, ertappte ich mich doch dabei Vorräte anzuhäufen.

Eigentlich sollte es laufen wie im Supermarkt: Ware, die schon lange im Regal liegt wandert nach vorn. Neue Produkte werden von hinten aufgefüllt. So soll verhindert werden, dass Artikel in den Tiefen der Regale verkommen und nur die neuste Ware weg geht. Smarte Kunden wissen das und greifen gleich nach hinten. Klingt eigentlich ganz logisch. Bei meinen Holy Grails, die ich regelmässig leere und neu kaufe klappt das auch recht gut.

Sobald aber irgendwas „außer der Reihe“ hinzu kommt, droht das Eichhörnchensyndrom. Und „außer der Reihe“ kommt leider ziemlich oft vor. So oft, dass es fast schon zur Regel wird. Die Versuchung ist aber auch zu groß. Überall Rabatte und Limited Editions. In den letzten Jahren hat das geradezu groteske Züge angenommen, woran sicherlich auch die Globalisierung der Beauty Szene eine Teilschuld trägt. Vieles ist heute viel leichter erhältlich als noch vor 5 Jahren.

20% Rabatt. Nur noch heute!

Und überall tickt die Uhr. Nur noch heute 20%. – Unsere neue Limited Edition. – Jetzt die neusten Trends für die Holidays 2018! Kaum waren die vorbei, stand schon das nächste Ereignis vor der Tür. Auch pünktlich zu Silvester gab es überall Rabatte. Natürlich nur für einen begrenzen Zeitraum. Und immer wieder drohte der Ober-GAU: Out of stock.

Am 31.12. habe ich regelrecht aufgeatmet. Endlich war die Rabattschlacht vorbei, die mittlerweile – ganz amerikanisch – am Black Friday eingeläutet wird und erst mit dem Jahreswechsel abrupt ein Ende findet. Endlich keine glitzernden, blinkenden Versprechen mehr. Kein zuckender Finger über dem Bestellknopf und das Gefühl irgendetwas zu verpassen.
Dachte ich. Denn am 03.01. kam die erste Mail, die mich mental auf das nächste Großereignis vorbereiten sollte: Den Valentinstag. Am 3. Januar!… WTF?!

Ich bin müde. Auch von all den Unboxings. Dem Auspacken schöner Päckchen, deren Inhalt kurz in die Kamera gehalten wird und von dem man selten wieder etwas hört. Ich mache mich davon nicht frei. Als Blogger will man dem Absender irgendwie gerecht werden. Auch wenn es sich in den meisten Fällen um unverbindlich zugesandte Muster handelt und man sie nicht einmal erwähnen müsste. Aber er ist da, dieser Druck. Zumal oft dennoch nach einiger Zeit eine Mail mit der Nachfrage kommt, ob man das Produkt denn erhalten habe und wie man es finden würde.

Mittlerweile ist es für mich das größte Qualitätsmerkmal wenn ich sehe, dass eine Person Dinge auch Wochen später noch verwendet.

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Slow Beauty statt Fast Beauty

Fast Fashion dürfte mittlerweile jedem ein Begriff sein. Jetzt sind wir bei Fast Beauty angekommen. Früher gab es meist ein Sortiment für den Sommer, eines für den Winter und wenn’s ganz fancy werden sollte eine Limited Edition zu den Festtagen. Heute werden nahezu wöchentlich neue Produkte gelauncht. Gerade auf YouTube wird dies deutlich. „Will I buy it?“ ist mittlerweile ein beliebtes Video-Format. Man spricht über neue Product Releases, ohne sie tatsächlich kaufen zu müssen. Das spart Geld und Ressourcen, aber man bleibt am Ball.

Auf der einen Seite eine nachhaltige Sache, auf der anderen aber auch sehr triggernd. YouTuber können mittlerweile mit Leichtigkeit wöchentlich Videos mit 15-30 Minuten Länge füllen und wir Konsument*innen sitzen davor und führen Buch. Welche Releases schaue ich mir an? Was kaufe ich mir auf alle Fälle? So viele schöne Dinge, von denen wir bis eben nicht nicht einmal wussten, dass es sie gibt.  Die Frage, ob wir etwas tatsächlich brauchen wird überstrahlt von denen danach, ob wir noch ein Exemplar ergattern oder wo wir am kostengünstigsten bestellen können.

Da macht es auch keinen großen Unterschied mehr, ob das was ich kaufe organic oder fair ist. Neu gekauft ist neu gekauft. Entsprechende Influencer verführen uns genauso zum Kauf wie alle andere.
Brauche ich diese Edelstahlbrotdose wirklich oder würde es nicht viel mehr Sinn machen, erstmal meine Plastikdosen weiterzuverwenden?
Muss es unbedingt der neue Fair Fashion Pulli sein, auch wenn mein Kleiderschrank aus allen Nähten platzt?
Und brauche ich wirklich das fünfte pinke Blush, bloß weil es von dieser gehypten Naturkosmetikmarke ist?

Stop!

Ich mache einen Cut. Gehe mal wieder eine Challenge gegen mich selbst ein. Meine erste Mission 2019. Mein #echtlowbuy. Ich kann noch nicht sagen, ob ich es ein Quartal durchziehe, ein halbes Jahr oder ein ganzes. Aber ich werde anfangen. Und freue mich, wenn sich noch mehr anschließen. Meine Regeln sind simpel. Und eben meine. Wer mag, kann sich daran halten oder sich selbst welche aufstellen. Egal ob einen Monat, drei oder noch länger.

Der #echtlowbuy schlägt für mich dabei mehrere Fliegen mit einer Klappe: Ich habe die Chance aufzubrauchen und dabei auch noch Geld zu sparen. Denn jeden Monat werde ich einen Betrag in mein Sparschwein stecken. Ich bin gespannt, was da am Ende bei rumkommen.

The Deal:

  • maximal 3 Beauty-Käufe im Monat. (Ausgenommen sind Produkte der täglichen Körperhygiene wie Zahnpasta, Handcreme, Duschgel).
  • 1 Extrakauf gestatte ich mir, wenn ich mindestens 2 Produkte in einem Monat aufbrauche oder weitergebe.

Vor jedem Kauf stelle ich mir die Fragen:

  • „Habe ich bereits ein ähnliches Produkt?“
  • „Werde ich das Produkt regelmäßig verwenden?“
  • „Kann ich es in absehbarer Zeit aufbrauchen?“

Und was ist mit PR-Samples?

Nun könnte man argumentieren, dass ich als Beauty Blogger trotzdem noch genug Produkte zugeschickt bekomme und ich somit auf Eigenkäufe leicht verzichten könnte. Jein. Zum einen handelt es sich bei PR-Samples – zumindest in meiner Branche – oft um Produkte aus den immer gleichen Kategorien. Allen voran Gesichtsöle, gefolgt von Reinigungsprodukten und Handcremes. Damit alleine käme ich also nicht aus. Zudem habe ich bereits 2018 begonnen die Zahl der Samples, die ich annehme zu reduzieren. Dies werde ich auch 2019 weiter verstärken.

Ursprünglich wollte ich auch meine PR-Samples auf eine bestimmte Anzahl im Monat beschränken. Nach reiflicher Überlegung macht dies für mich jedoch wenig Sinn. Zum Einen würde mich das in der Auswahl meiner Kooperationen sehr einschränken. Zum Anderen möchte ich Samples nach Qualität und nicht nach Quantität aussuchen. Habe ich im Monat beispielsweise schon drei Samples erhalten und dann kommt jemand mit DEM Produkt um die Ecke, möchte ich dies euch – und auch mir – nicht vorenthalten.

Ganz ab davon ist es für mich schwer zu planen, wieviele PR-Samples ich wann erhalte. Meine eigenen Einkäufe kann ich selbst leicht planen. Bei PR-Verschickungen kann es aber passieren, dass in manchen Wochen gar nichts kommt und dann plötzlich fünf Päckchen auf einmal.

Ich werde jedoch weiterhin versuchen, noch exklusiver auszuwählen. Um Dinge wirklich wertzuschätzen und um mir genug Zeit zum Testen zu geben. Bei Gesichtspflege sollten das nämlich schon mindestens 3 Wochen sein.

Meine Ziele im Überblick:

  • Produkte aufbrauchen, Beständen reduzieren.
  • Lieblingsprodukte finden und genießen.
  • (Verpackungs-)Müll reduzieren.
  • Mich einer Herausforderung stellen.
  • Geld sparen.

Ich bin gespannt, wohin mich mein echtlowbuy führt. Im Grunde beraube ich mich als Beauty Blogger ein wenig meiner Arbeitsgrundlage. Ich denke aber, dass echtKATHRIN viel mehr als das ist und sich vielleicht noch einmal ganz andere Ideen und Möglichkeiten auftun.

Für Instagram habe ich den Hashtag #echtlowbuy ins Leben gerufen, um so meine Postings zu dem Thema zu bündeln. Solltet ihr mir von der Partie sein, nutzt ihn gerne. So kann ich eure Beiträge sehen und die Community daran teilhaben lassen.

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6 Comments

  • Reply
    Ulrike
    7. Januar 2019 at 14:52

    Liebe Kathrin,

    super schöner Artikel und finde ich klasse, dass du das so angehst. Ich hab mir erst gestern wieder gedacht „oh Gott du hast einfach viel zu viel Zeug“. Ich habs zwar nicht so mit dem Minimalismus, aber ich miste regelmäßig alles aus und gebe auch Klamotten immer wieder her, verkaufe oder spende sie. Trotzdem hat man doch die Lieblingsteile, die (wie bei dir) quasi vorne hängen und die anderen geraten eher in Vergessenheit.
    Bin gespannt, wie sich das bei dir entwickelt und wie lange du das durchziehst.

    Liebst,
    Ulrike

    • Reply
      Kathrin
      7. Januar 2019 at 15:13

      Liebe Ulrike,

      vielen Danke <3
      Ich glaube, dass ich trotz dessen immer noch weit entfernt bin von Minimalismus. Ich werde nie die Fraktion sein für „Seife, Creme, Mascara“. Das ist auch nicht mein Ziel. Aber ich möchte eine Verhältnismäßigkeit reinbringen. Zudem liebe ich das Gefühl, endlich etwas leerbekommen zu haben. Das erlebe ich viel zu selten ^^

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Reply
    Carrie
    8. Januar 2019 at 00:39

    Finde ich wirklich toll was du vorhast. Willst du dann unter dem Hashtags deine aufgebrauchten Produkte und Lieblinge zeigen? Und meinst du mit Beautyprodukten nur dekorative Kosmetik die du dir kaufen „darfst“ oder auch sowas wie eine besonderes Haarkur oder ähnliches?
    Ich bin auch dabei meine Bestände zu reduzieren, kaufe aber schon länger selten besondere dekorative Kosmetikprodukte. Meistens sind es Standards wie Mascara etc

    • Reply
      Kathrin
      8. Januar 2019 at 09:15

      Liebe Carrie,

      Ja, so habe ich mir das vorgestellt. Immer, wenn ich das Projekt erwähne, setze ich den Hashtag. Für mich schließt es alle dekorativen Kosmetika ein und auch alle, was über Duschgel, Zahnpasta und Co. hinaus geht. Was „Luxus“ ist. Und für das ich auch gerne mal mehr Geld ausgebe. Aber die Regel kann gerne jede*r für sich selbst festlegen 🙂

      Liebe Grüße
      Kathrin

  • Reply
    Annika
    11. Januar 2019 at 09:43

    Hallo Kathrin,

    das klingt absolut spannend und ich bin gespannt, wie das für dich funktioniert.
    Als ich vor zwei Jahren umgezogen bin, habe ich mit Erschrecken festgestellt, wie viel Zeug ich eigentlich besitze. Ich habe damals radikal aussortiert, trotzdem ist noch so viel mit umgezogen, dass ich beschlossen habe ein paar Regeln aufzustellen.
    Keine Duschgele mehr kaufen, bis ich meinen Bestand auf 2 Exemplare reduziert habe – davon bin ich immer noch weit entfernt, weil durch Geburtstag etc. immer wieder was dazukommt. Ich habe aber seit 2 Jahren selbst kein Duschgel mehr gekauft, egal wie spannend ich es fand, wie hübsch die Verpackung war oder wie gut ich den Duft fand. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und laufe direkt am Duschgelregal vorbei. Das gleiche gilt für Bodylotions – da fällt mir das Aufbrauchen noch schwerer, weil ich mittlerweile Körperöle deutlich bevorzuge. Einen Teil habe ich verschenkt und dann blieben noch drei übrig, die ich jetzt nach und nach aufbrauchen möchte. Dasselbe bei Shampoo, Spülung und Haarkuren – ich habe vor Weihnachten das erste Mal wieder etwas aus dieser Kategorie gekauft und selbst da wäre es ehrlich gesagt noch nicht unbedingt notwendig gewesen aber da gab es ein schönes Angebot, das ich nutzen wollte.
    Dekorative Kosmetik kaufe ich auch nur noch sehr bewusst. Da ich dazu neige, bei Lidschatten sowieso immer zum selben Farbschema zu greifen, genügen mir meine vorhandenen Dinge völlig – ebenso meine Blushs, Bronzer, Lippenstifte und Highlighter. Das einzige was ich noch regelmäßig kaufe ist Mascara und ab und an eine Foundation. Selbst Puder brauche ich seit über einem Jahr nur noch auf und werde vermutlich die nächsten 3 Jahre keines kaufen müssen.

    Da wir beschlossen haben, uns dieses Jahr ein neues Bett zu gönnen, wandert das Geld welches sonst für Kosmetik draufgegangen ist daher in die Spardose fürs Bett. Da ist es momentan besser aufgehoben :). Und wenn ich doch mal etwas unbedingt haben möchte (und auch nach reiflicher Überlegung noch) dann gönne ich es mir eben.
    Dafür werde ich mal überlegen, wie dein Konzept auf Kleidung übertragbar ist – da neige ich nämlich deutlich schneller zu Spontankaufen/unnötigen Käufen, obwohl ich eigentlich genug besitze.

    Vielen Dank für die Anregung :).

    LG
    Annika

  • Reply
    Kati
    13. Januar 2019 at 20:46

    Wie schon auf Instagram geschrieben, find ich das super und werd mir ein Beispiel an dir nehmen 😉
    Ich hab schon ordentlich aussortiert und bin alle Bestände durchgegangen – zumindest was Deo- und Gesichtscreme angeht, werd ich dieses Jahr absolut nichts kaufen brauchen, der Rest wird sich zeigen. Ich brauch wohl noch eine Neukauf-Strategie wie deine, wobei ich da fast noch härter durchgreifen wollen würde. Aber ob das klappt… zumindest im Januar hab ich bislang noch nichts gekauft, aber zum einen ist der ja auch noch ganz frisch und zum anderen hab ich dafür im Dezember ordentlich zugeschlagen 😀
    Hachja, man kann halt nicht ganz aus seiner Haut. Ich wünsch dir viel Erfolg!

    Liebe Grüße,
    Kati

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