Bronzer auftragen | Die besten Tipps und Tricks

Bronzer Bronze die Wand an Hatice Schmidt

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Hin und wieder sollte man sich aus der eigenen Blase bewegen und über den Tellerrand schauen. Dann merkt man (ich) nämlich mal wieder, dass nicht alle Menschen gleich ticken und man (ich) nicht von sich auf andere schließen sollte. Das gilt für die großen Dinge im Leben, genauso wie für die kleinen.

Und manchmal auch für so Triviales wie Bronzer. Regelmäßig bekomme ich Rückmeldungen und Fragen bezüglich des Bräunungspuder und stellte fest: Bei weitem nicht jede*r trägt ihn und viele haben sich nie rangetraut, weil sie nicht wissen, wozu man ihn braucht und wie man ihn trägt.

Ursprünglich wollte ich einfach ein Vorher-/Nacher-Bild auf Instagram posten, um den Effekt visuell deutlich zu machen. Aber „Content is King & Blog is Queen“ und ich erwischte mich mal wieder dabei, in die „Schnell mal eben auf Instagram teilen“-Falle zu tappen. Die verschießt mein Pulver und verhindert, dass der Inhalt auch später noch gesucht und vor allem gefunden werden kann. Der Mehrwert ist hier auf dem Blog deutlich größer. Daher gibt es heute ein kleines „Bronzer 101“.

To bronze or not to bronze.

Bronzer stehen noch gar nicht so lange auf der To-Do-Liste eines „Full Face MakeUps“. Ich erinnere mich, dass die „Ägyptische Erde“ der Mutter meiner Grundschulfreundin mein erster und einziger Berührungspunkt für lange Zeit in Sachen Bronzer war. SO wollte ich nicht aussehen! Das Puder war staubig, trocken und vor allem sehr, sehr orange.

Nachdem die 80er geprägt waren von grellen Farben und harten Blushes in Pink, Rot und Orange, wurden die 90er deutlich brauner. Man denke nur an die Supermodels wie Cindy Crawford und Helena Christensen, die vor allem monochrome Looks aus neutralen Lidschattenfarben und braunem Lippenstift trugen.

Zwar waren eine hohe Deckkraft und dunkle Farben noch nicht ganz aus den MakeUp Bags der Visagist*innen verschwunden, aber der Trend ging schon in den 90ern hin zu einem natürlicheren Look. Oder das, was man dafür hielt.

Die Geburtsstunde des Bronzers!

Der Unterschied zwischen Bronzing und Contouring

Nach dem Bronzer kam das Konturpuder. Doch worin liegt der Unterschied? Ist das nicht auch nur ein weiteres, braunes Puder?

Kurz gesagt geht es beim Bronzing darum, dem Gesicht ein wenig mehr Wärme zu verleihen. Man wirkt frischer und ein weniger gebräunter, wie nach einem Kurzurlaub. Beim Contouring geht es darum, dem Gesicht eine neue Form zu geben und Partien schmaler wirken zu lassen.

Der größte Unterschied zwischen beiden Produkten besteht in der Farbtemperatur. Haut wird beim Bräunen – überspitzt gesagt – erst rot, dann braun. Sonnenbräune besitzt daher immer einen leichten Rotstich. Diesen Ton versuchen Bronzer zu imitieren.

Eine Kontur hingegen wird gezogen, um einen Teil des Gesichtes optisch zurücktreten zu lassen. Dies geschieht durch das Spiel mit Licht und Schatten. Helles lässt Dinge hervortreten, Dunkles lässt sie kleiner, tiefer wirken. Dies ist beispielsweise ein gewünschter Effekt beim Konturieren der Augen in der Lidfalte oder unter den Wangenknochen, um diese hervorstechen zu lassen. Auch eine hohe Stirn oder ein leichtes Doppelkinn kann so etwas kaschiert werden.

Schatten ist das Fehlen von Licht. Daher sind Produkte zum Contouring niemals rotstichig wie ein Bronzer, sondern neutral und aschig. Würde man einen Bronzer für die Konturen verwenden, würden diese nicht wie kühle Schatten, sondern schmutzig-warm wirken. Der Effekt würde verloren gehen und unser Gegenüber höchstwahrscheinlich denken, wir hätten uns heute morgen das Gesicht nicht gewaschen.

Faustregel:
Bronzer = braun und warm bis neutral, leichter Rotstich
Contour = braun oder taupe, kühl bis neutral, aschig

Wie trage ich Bronzer richtig auf?

Ein weiterer Unterschied zwischen Bronzer und Contour liegt im Auftrag
Bräunungspuder wird dort aufgetragen, wo die Sonne als erstes auf die Haut trifft, auf die sogenannten „Sonnenterrassen“. Dies sind die oberen Wangen, die obere Stirn, der Nasenrücken und auch die Ohren. Hier darf gerne mit einem fluffigen Pinsel, der nicht allzu viel Produkt aufnimmt, großflächiger gearbeitet werden. Bronzer eignet sich auch gut dazu, den Übergang von Gesicht und Hals etwas abzudunkeln, wenn der Farbunterschied nach dem Schminken etwas zu arg geworden ist. Oder aber auch, um das Weißeln eines Sonnenschutzproduktes abzumildern.

Mit dem Konturpuder hingegen werden Schatten kreiert, um bestimmte Stellen im Gesicht zurücktreten zu lassen. 
Hierfür verwenden wir einen etwas fester gebundenen Pinsel, um die Kontur möglichst präzise auftragen zu können. Je nach Geschmack wird sie im Anschluss mehr oder weniger stark verblendet.

Klassische Stellen für Contouring sind unterhalb der Wangenknochen (um das Gesicht schmaler wirken zu lassen), in der Lidfalte (um tiefliegende Augen hervortreten zu lassen), unterhalb von Kinn und Kieferknochen (um ein Doppelkinn zu kaschieren), die Seiten der Nase (um die schmaler wirken zu lassen) und die oberste Stirn am Haaransatz (um eine hohe Stirn zu kaschieren.)

Hatice Schmidt Bronzer echtkathrin

Warum mir Bronzer mittlerweile wichtiger als Blush ist.

War früher ein Blush das Nonplusultra für einen frischen Look, gehe ich mittlerweile auch mal ohne aus dem Haus. Bronzer fehlt bei mir jedoch selten. Denn selbst wenn ich nur Sonnenschutz und Mascara trage, macht er den ganzen Look irgendwie „stimmig“ und rundet ihn ab.

Mittlere bis stark deckende Foundation egalisiert die Haut oft so sehr, dass sie zu einer perfekten Oberfläche mit dem immer gleichen Farbton wird. Dies ist zwar ein gewünschter Effekt, jedoch lässt er das Gesicht auch schnell maskenhaft und starr wirken. Bronzer gibt hier ein wenig Wärme zurück.

Wie bereits oben beschrieben, eignet sich ein Bräunungspuder nicht zum Konturieren im eigentlichen Sinne. Dennoch schenkt es dem Gesicht ein wenig mehr Tiefe und den gewissen bronzy Glow. Ich glaube, auf den obigen Bildern sieht man den Effekt ganz gut, auch wenn ich ihn bewusst natürlich gehalten habe.

Bei dem Bronzer handelt es sich um „Bronze die Wand an“ aus der LOV-Limited Edition von Hatice Schmidt. Er ist der hellste Bronzer in meiner Kollektion und erschien mir am Anfang fast ZU hell. Es stellte sich aber heraus, dass er im Alltag sehr angenehm ist, da er sich recht großflächig auftragen lässt und wirklich nur einen Hauch Farbe spendet. Zumindest wenn die Haut nicht sehr hell ist.

LOV bewirbt ihn als geeignet für Bronzing UND Contouring und er ist tatsächlich recht kühl für einen Bronzer. Was ich immer sehr begrüße, da mein Hautton eher kühl bis neutral ist und ein Bronzer mit einem zu hohen Rotanteil bei mir schnell unnatürlich wirken kann. Für reines Contouring würde ich allerdings zu einem anderen Produkt greifen. Auf der Haut ist er mir dafür dann doch zu warm.


Wie sieht es denn bei euch aus? Tragt ihr Bronzer? Solltet ihr bisher damit gehadert haben hoffe ich, dass ich euch den Respekt vor dem braunen Zauberpuder etwas nehmen konnte. Solltet ihr Fragen haben, stellt sie gerne in den Kommentaren.

Bronzer auftragen Tipps und Tricks

 

 

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7 Comments

  • Reply
    Tina
    26. Mai 2019 at 12:20

    Toller Artikel! Ich liebe Bronzer & verzichte auch lieber auf Blush. Das hätte ich vor ein paar Jahren auch noch nicht gedacht. Hast du noch einen Tip für einen Pinsel? Liebe Grüße

    • Reply
      Kathrin
      26. Mai 2019 at 12:24

      Hey Tina,
      ich verwende den Blush Brush von Real Techniques (der ist etwas üppiger) oder den Pinsel auf dem Bild. Er ist aus der Dragon-LE von Wet n Wild. Ich mag es fluffig und tapered, also oben etwas schmaler zulaufend.
      Liebe Grüße

  • Reply
    Claudia
    26. Mai 2019 at 12:26

    Toller Artikel! Ich trage zur Zeit wegen eines Neorodermitisschubs nur Lippenstift. Alles andere sieht auf meiner Haut nicht gut aus. Ich habe genau zwei Bronzer, Hoola light und einen von Essence aus einer alten LE. Die beiden nutze ich echt gern, dazu noch Blush, Highlighter, betonte Augenbrauen und Mascara. Fertig ist (war) mein Look. Contouring ist nicht meins, hab schon einige Contour-Puder ausprobiert, das sieht bei mir leider nicht gut aus. Nicht mal, wenn ein Profi geschminkt hat. Ich mag Deine Looks von Instagram sehr und wenn meine Haut wieder Bock auf Schminke hat, werde ich das sicher mal nachmachen.LG Claudia

    • Reply
      Kathrin
      26. Mai 2019 at 12:30

      Liebe Claudia,
      vielen lieben Dank! Ich drücke dir die Daumen, dass du bald wieder loslegen kannst. 😊
      Liebe Grüße

  • Reply
    Nora
    27. Mai 2019 at 11:54

    Liebe Kathrin, Vielen Dank für diesen Artikel! Ich habe mich lange Zeit gar nicht geschminkt, da es mir eine Zeit lang gar keinen Spaß mehr gemacht hat. Ich hatte dann fast meine komplette dekorative Kosmetik verschenkt, damit sie nicht schlecht wird. Jetzt habe ich wieder angefangen und baue mir jetzt eine neue Sammlung auf. Daher auch vielen Dank für die Bronzer Empfehlungen auf Instagram! Früher war mein liebster Bronzer der von Kanebo aus der Tube. Da er doch gut Alkohol enthält, würde ich ihn heute nicht mehr kaufen. Deine Tipps werde ich dann definitiv ausprobieren. Liebe Grüße Nora

  • Reply
    Mina
    27. Mai 2019 at 23:56

    Vielen Dank für diesen tollen Blogpost! Zu Bronzer greife ich eigentlich eher selten und dein vorher/nachher Bild zeigt mir, warum ich doch wieder zu Bronzer greifen sollte! Bisher war es oft einfach so, dass ich mit den Farben bei Bronzern unzufrieden war, ich bin blass und ein kühler Typ, also waren die Bronzer meist zu rot für mich und ich habe eher schnell aufgegeben. Aber jetzt bin ich wieder motiviert, denn ein wenig Frische im Gesicht kann wahrlich nicht schaden!

    • Reply
      Kathrin
      28. Mai 2019 at 06:53

      Hallo Mina,
      vielen lieben Dank für deine Rückmeldung. Das freut mich sehr ☀️
      Liebe Grüße

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