Delina von Parfums de Marly | Was ist dran am Hype?

Delia by Parfums de Marly Review

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Ist DELINA von Parfum de Marly wirklich so phänomenal wie immer wieder behauptet wird?
Sein Ruf eilt ihm voraus. „Das beste Parfum der Welt!“, „Ein Kompliment-Garant!“, „Männer sind hin und weg!“ Die Superlative überschlagen sich. Nähern wir uns der rosaroten Wolke also mal ganz sachlich.

Das Design der Brand steht ganz im Zeichen des Pomp des königlichen Frankreichs des 18. Jahrhundert.  In dieser Zeit florierte die französischen Parfumeurskunst und der Adel umgab sich mit allerlei Düften. Wohl auch, um die mangelhafte Hygiene zu überdecken. Die Schlösser waren voll von Bouquets, Potpourris und Parfums.

Parfum de Marly greift diese Opulenz auf. Auf den Flakons der weiblich assoziierten Düfte finden sich Quasten und Blumenranken. Auf denen der Unisex-Düfte sind es Pferde, welche angelehnt sind an die Statuen die Ludwig XV. 1743 in Erinnerung an seinen Urgroßvater Ludwig XIV. in Auftrag gab. Repliken dieser Statuen flankieren die Pariser Champs-Élysées. Die Originale stehen heute im Louvre.

Ich bin mal schnell nach Paris gefahren, um die Pferde für diesen Artikel einzufangen. (Natürlich nicht. Dabei war der Abschnitt über die Pferde vor meinem Paris-Trip schon geschrieben. Ich hatte sie nur nicht mehr auf dem Schirm, so dass es ein schöner Zufall war, als ich plötzlich unvermittelt vor ihnen stand.)

Eines der Pferde von Guillaume Coustou im Cour Marly des Louvre

Der Duft

DELINA ist in einem matten, rosafarbenen Flakon abgefüllt, der schwer in der Hand liegt. Am Flaschenhals baumelt eine Quaste und oben auf dem silberfarbenem Deckel befindet sich ein rosafarbener Kristall. Flakongewordene Zuckerwatte. Und sie spiegelt haargenau wider, was sich im Innern abspielt.

DELINA eröffnet überraschend mit einer spritzig-sauren Rhabarber-Note, gepaart mit fruchtiger Litschi. Die Muskatnuss ist in meiner Nase als solche nicht wahrnehmbar, sorgt aber für den kleinen Kitzel in der Nase. Ein fuminanter Einstieg, der mich vor allem durch den Rhabarber begeistert. So deutlich und langanhaltend habe ich diese Note bisher noch nirgendwo anders wahrgenommen.

Ziemlich bald kommen dann auch die Pfingstrosen und Rosen hervor. Durch die enthaltenen Holz- und Harznoten werden diese aber nicht zu klassisch, sondern bleiben frisch und fast schon ein bisschen grün. Ein wenig wie in STELLA von Stella McCartney.

Im Nachklang gesellen sich dann Ambroxan, Vanille, Cashmeran und Moschus dazu und die Rosen nehmen ab. Der Duft wird wärmer, weicher und zieht sich etwas näher an die Haut zurück. Hier kommt ein wenig Gefälligkeit durch. Kuscheliger Moschus eben, der die heimelige Basis vieler Düfte bildet. Dank der Rosen und des fruchtig-sauren Einstiegs, der auch jetzt immer noch leicht wahrnehmbar ist, hebt sich DELINA jedoch angenehm vom olfaktorischen Einheitsbrei ab.

Die Haltbarkeit ist sehr gut und die Sillage eine Wucht. Nahezu Chanel-esk. Der Duft ist lange Zeit sehr präsent. 1-2 Sprühstöße reichen völlig. Mehr wäre mir – auf fast schon unangenehme Weise – deutlich zu viel. Abends aufs Handgelenk gesprüht, nehme ich ihn am nächsten Morgen noch wahr. Hier stehen dann aber der Moschus und das Ambroxan im Vordergrund und die Rosen sind nur noch eine vage Erinnerung an letzte Nacht.

Duftbeschreibung-Delina-Parfum-de-Marly

Ist DELINA von Parfums de Marly wirklich so herausragend wie alle sagen?

Gleich vorweg: Angesichts des Preises würde ich immer dazu raten, sich vor dem Kauf eine Probe zu besorgen. Egal was jemand im Internet schreibt oder sagt. Blind-Buys sind ab einem gewissen Preis einfach schwer zu rechtfertigen.

Denn ich muss gestehen, dass ich nach dem ersten Sprüher wirklich überrascht war. Nach all den Lobeshymnen hatte ich DAS nicht erwartet. Der Duft ist viel knackiger und frischer als ich dachte. Aber gerade das macht ihn so besonders. Er riecht wie nichts, was ich vorher gerochen habe. Da mag sicherlich auch mit hineinspielen, dass florale Düfte – zu denen ich DELINA aufgrund der Rosen zählen würde – normalerweise nicht unbedingt in mein Beuteschema passen. Aber dennoch war ich spätestens ab dem zweiten Riecher hin und weg.

Mein Umfeld war gespalten und ich gebe die Reaktionen einfach mal ungefiltert wider, um das ganze Spektrum abzubilden.

Die Reaktion meines Freundes war nämlich gänzlich gegensätzlich. Er bemerkte sofort, dass ich einen neuen Duft trug. Er würde zwar durchaus höherpreisig riechen, aber doch schon so wie vieles, „was man schon ein paar Mal bei Douglas gerochen hat.“ Hmpf. Normalerweise hat mein Freund eine sehr feine Nase. Viel feiner noch als meine. Aber in diesem Punkt musste ich ihm widersprechen. Für mich hebt sich DELINA nämlich – wie oben bereits angeklungen – sehr angenehm von der generischen DNS ab, die Mainstream-Düfte heutzutage so inne haben.

Eine ganz andere Reaktion erlebte ich hingegen auf der Arbeit. Dort stand ich keine 10 Sekunden im Raum und wurde sofort von einer Kollegin gefragt, was ich denn da tragen würde. Diesen Duft hätte sie noch nie an mir gerochen und er wäre großartig!

Der Rest hat sich mehr oder weniger in Schweigen gehüllt. Keine Begeisterungsstürme, aber auch keine Unmutsbekundungen. Die durchaus auch mal vorkommen. Mein Umfeld weiß, dass ich eine Vielzahl an Parfums besitze und auch gerne mal experimentell unterwegs bin. Da wird mit Feedback jedweder Art nicht hinterm Berg gehalten.

Meine Beobachtungen sind natürlich in keinster Weise repräsentativ, zeigen aber, dass auf vermeintliche „Compliment Getter“ nicht unbedingt Verlass ist. Hier kommen viele Faktoren zusammen: Die Hautchemie des Menschen, der den Duft trägt, die Umgebung und die Umstände, unter denen man sich trifft. In einem Club sitzt die Komplimente-Zunge sicherlich lockerer als am Bankschalter.
(Und gerade Düfte werden häufig als Türöffner verwendet. Ich las mal irgendwo, dass der Duft einer Frau das ist, was ein Mann landläufig am „ungefährlichsten“ kommentieren kann. Und somit sicherlich manches Kompliment leichter über die Lippen geht. Das aber nur am Rande.)

Ein Duft sollte in erster Linie immer der Trägerin/dem Träger gefallen. Und das tut er in diesem Falle! DELINA ist für mich ein durch und durch heller und positiver Duft. Mit ihm kann man einfach keine schlechte Laune haben! Ein wenig rosa Zuckerwatte, dazu eine Rhabarberschorle. Aber mit Schuss!
Er ist nicht verrucht, aber dennoch sehr feminin und auch ein bisschen sinnlich. Für mich ein Duft der auffällt, weil er so ganz anders ist als alles, was ich sonst besitze.

Ein sommerlicher Duft mit einem spritzigen Auftakt, einem floralen und auch etwas süßen Herzen und einem weichen, holzigen Moschus am Ende. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass der Duft auch in kühleren Tagen seine Berechtigung hat und die Noten in kälteren Temperaturen noch mal ganz anders zur Geltung kommen.

Auch ohne mit Komplimenten überhäuft zu werden, hat DELINA von Parfums de Marly einen festen Platz in meiner Duftschublade bekommen. Es riecht wie kein anderes meiner Parfums und zieht mich mit der knackigen Rhabarbernote, der süßen Rose und dem weichen Abgang in seinen Bann.

DELINA von Parfums de Marly ist unter anderem hier erhältlich. 75ml kosten 210€. Worth it? Worth it!

Delina Parfums de Marly

P.S.: Bei den mit * gekennzeichneten Produkten handelt es sich um unverbindliche PR-Samples.
Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

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