Erzähl mal…#2 | Warum vertrage ich keine Deocreme?

Warum du deine Deocreme nicht verträgst

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Gleich vorweg: Es gibt viele Menschen, die wunderbar mit einer Deocreme klar kommen. Auch über längeren Zeitraum. Und es gibt Menschen wie mich, die bei den meisten Deocremes über kurz oder lang über trockene, gerötete oder juckende Achseln klagen. An diese wendet sich dieser Artikel. Denn es gibt eine plausible Erklärung für dieses Problem.

Jeder Mensch schwitzt. Das ist von der Natur so vorgesehen und völlig gesund. Nicht schwitzen wäre sogar tödlich. Schweiß an sich ist auch erstmal kein großes Problem. Maximal ein ästhetisches, da er ab einer gewissen Menge auf Textilien sichtbar wird.
Spätestens nach einer Weile wird er jedoch auch olfaktorisch auffällig. Dann nämlich, wenn die Bakterien auf der Haut beginnen ihn zu zersetzen. Vor allem die im Schweiß vorkommenden langkettigen Fettsäuren verwandeln sich dadurch unter anderem in Ameisen- und Buttersäure. Eine stechend-ranzig Mischung.

Es gibt zwei Möglichkeiten dieses Vorgangs Herr zu werden, die beide auch gerne miteinander kombiniert werden. Zum Einen wird versucht das Schwitzens als solches zu verringern (mit Hilfe eines Anti-Transpirants), zum Anderen den Geruch zu überdecken oder zu neutralisieren (mit einem Deodorant).

WAS IST EINE DEOCREME UND WIE WIRKT SIE?

Die Feuchtigkeitsproduktion beim Schwitzen kann nur verringert werden, indem man die Schweißdrüsen blockiert. Dies geschieht vorzugsweise mit Aluminiumsalzen, die dafür sorgen, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen und weniger Schweiß fließt. Aufgrund verschiedener – mittlerweile nicht bestätigter – Studien verzichten vielen Menschen bewusst auf Aluminiumsalze. (Gut erklärte Infos, wie es zu der Annahme kam Aluminiumsalze in Deos würden dem Körper schaden, findet ihr hier.) Nach Schweiß riechen möchte trotzdem niemand und so müssen Alternativen her.

Spoiler: Ohne Aluminiumsalze lässt sich die Feuchtigkeitsproduktion nicht so eindämmen wie mit einem Anti-Transpirant. Das ist schlichtweg nicht möglich. Es gibt aber ein paar Kniffe, die die Chancen zumindest erhöhen nicht allzu sehr zu schwitzen und danach auch noch zu riechen.

Besonders beliebt sind Deodorants auf Basis von Natron und Zinkoxid. Natron (ein Natriumsalz) dreht den ph-Wert der Haut ins Basische und ändert das Hautmilieu dahingehend, dass Bakterien wenig Lust haben sich dort anzusiedeln. Zinkoxid wirkt antibakteriell und hat eine leicht adstringierende, also zusammenziehende Wirkung. Deocremes auf Natronbasis verhindern demnach nicht das Schwitzen als solches, der unangenehme Geruch kann mit ihnen allerdings in Schach gehalten werden.

Die einfachste Darreichungsform für so ein Natron-Deo ist die Creme. Natron und Zinkoxid sind nur bedingt wasserlöslich, so dass sie in einer Lösung mit der Zeit nach unten sinken würden. Ein flüssiges Deo mit diesen Inhaltsstoffen muss also vor der Anwendung geschüttelt werden, damit die Bestandteile sich gleichmäßig verteilen. In fester Cremeform ist die Verteilung einfacher zu gewährleisten und zudem können mehr pflegende Inhaltsstoffe hinzugefügt werden, wie beispielsweise Buttern, Öle und Wachse.

Und die braucht es auch. Natron ist von Haus aus eher körnig und kratzig auf der Haut. Zudem gilt die Regel: Eine Deocreme ist umso effektiver, je mehr Natron enthalten ist. Deocremes ohne Natron oder mit weniger Natron sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht so wirksam wie solche mit einem hohen Anteil.

Warum reagiere ich auf Deocremes

Womit wir beim Ausgangspunkt dieses Artikels wären. Immer wieder schreiben mir Leser*innen, dass sie mit Deocreme auf Natronbasis nicht klarkommen würden. Zu Beginn sei noch alles okay gewesen. Aber spätestens nach ein paar Wochen würden die Achseln rot, dunkel, trocken, juckend und nahezu wund.

Das kann mehrere Ursachen haben. Deocreme wird gerne überdosiert. In zweierlei Hinsicht. Häufig nehmen Anwender*innen zu viel Produkt für die Achseln, was den mechanischen Reiz vergrößert, aber auch die Natronmenge an sich, die auf die Haut kommt. Und zu der kommen wir gleich.
Zudem wird in vielen DIY-Rezepten von vornherein viel zu viel Natron verwendet. Nach dem Motto „viel hilft viel“.

Es kann auch sein, dass die Anwender*innen auf verwendete ätherische Öle reagieren. Oder irgendeinen anderen Inhaltsstoff in dem Produkt. Denn jede*r kann gegen nahezu alles Unverträglichkeiten entwickeln.

DEINE HAUT IST SAUER. UND DAS IST AUCH GUT SO.

Sehr wahrscheinlich ist die Haut aber einfach nur aus dem Gleichgewicht geraten. Wir spulen mal zurück auf Anfang. „Natron (ein Natriumsalz) dreht den ph-Wert der Haut ins Basische und ändert das Hautmilieu dahingehend, dass Bakterien wenig Lust haben sich dort anzusiedeln.“

Unsere Haut ist umgeben von einem Säureschutzmantel, der uns so gut es geht vor allem schützt, was von außen auf sie einprasselt. Der ph-Wert der Haut liegt – je nach Region – zwischen 4,1 und 5,8. Die Haut ist also von Natur aus leicht sauer. Wir haben sicher alle schon mal gelesen, dass zu viele Tenside den Säureschutzmantel angreifen und die Haut durchlässig für negative Einflüsse machen. Weil sie basisch sind und die Säure neutralisieren, sie also unwirksam machen.

Mit Natron verhält es sich nicht anders. Eine Deocreme mit Natron schafft ohne weiteres einen ph-Wert von 8 oder 9, ist also deutlich im basischen Bereich angesiedelt. Auf Dauer kann das schlicht und einfach auch die robusteste Haut killen.
Nach einer Dusche mit Seife fühlt sich unsere Haut stumpf an und dieses Gefühl bleibt gut und gerne einige Stunden auf der Haut. So lange dauert es, bis sich der Säureschutzmantel regeneriert hat. Seife wird jedoch sofort wieder abgewaschen, während eine Deocreme länger auf der Haut bleibt. Kein Wunder also, dass es nicht wenige Menschen gibt, die darauf irgendwann reagieren.

ICH MAG DEOCREMES, ABER…

Ich möchte Deocremes auf Natronbasis nicht per se verteufeln. Dafür nutze ich sie selbst zu gern. Nicht aus Angst vor Aluminiumsalzen, sondern weil ich es kann. Aber ich habe meine Lektionen gelernt und beachte nun einige Dinge.

So verwende ich nur noch bestimmte Produkte. Ich habe gemerkt, dass meine Achseln einige Deocremes lieber mögen als andere. Das kann an der geringeren Natronmenge, aber auch an der gesamten Zusammensetzung liegen. Nicht jedes Hautmilieu kommt mit jeder Creme gleich gut klar. Was bei mir wirkt, muss es bei anderen noch lange nicht.
Ich habe gemerkt, dass es auch stark auf die Beduftung eines Produktes ankommt. Einige Düfte gehen in Kombination mit meinem Schweiß gar nicht, machen es manchmal sogar noch schlimmer. Andere funktionieren wunderbar. Probieren geht über studieren. Meine aktuellen Favoriten sind die Deocreme Extra Stark von I+M*, die Deocreme Sensitiv von I+M sowie die Deocreme von Sagittamed*.

Dann verwende ich Deocremes auf Natronbasis nur noch im Wechsel mit anderen Deos. Sie allein sind auf lange Sicht kein gutes Gespann für mich. Zudem machen mich die Flecken und vor allem die Verhärtungen im Stoff, die ich auch nach zig hauswirtschaftlichen Tricks und Kniffen nicht wirklich wegbekomme, wahnsinnig.
Die sind bei mir nicht bei allen Cremes gleich ausgeprägt. Es gibt durchaus welche, die deutlich besser abschneiden als andere. Aber bei mindestens 8 von 10 Tests traten sie über kurz oder lang irgendwann auf. Zumindest bei Oberteilen, die eng an der Achseln anliegen. So habe ich mir schon einige Schlaf-Shirts (meist in Grau) versaut.

Es gibt ein einziges – mir bekanntes – Antitranspirant im Laden, welches explizit damit wirbt gegen Verhärtungen im Stoff zu wirken. Dies kommt allerdings aus dem konventionellen Bereich, enthält Aluminiumsalze, ist nicht tierversuchsfrei und hat mich bei 30Grad+ in Paris – zumindest was die Feuchtigkeit unter den Achseln angeht – etwas im Stich gelassen. Dafür hatte ich wirklich keinerlei Rückstände in der Kleidung. Was mir sonst über kurz oder lang bei fast allen Deos passiert, vor allem aber bei Deocremes. Es scheint also bislang nur die Wahl zwischen Pest und Cholera zu geben. 

Darüber hinaus achte ich darauf, die Deocreme nur auf absolut trockene Haut aufzutragen, nicht zu viel zu verwenden und die Achseln beim Eincremen mit Körperlotion etwas mehr im Fokus zu haben, um die Hautbarriere besser zu schützen.

FAZIT

Ein(e) Deo(creme) auf Natronbasis kann durchaus eine effektive Alternative zu einem herkömmlichen Deo sein. Wenn man ein Produkt gefunden hat, was für einen funktioniert. Und recht robuste Achselhaut hat. Sollte es demnächst aber mal zu Rötungen, dunklen Flecken und Juckreiz kommen, könnte es an einem der hier aufgeführten Gründen liegen.

Ich hoffe, dieser Artikel war hilfreich für euch. Sharing is wie immer Caring und ich freue mich auf euer Feedback zu diesen Artikel, der am Ende doch länger wurde als ich ursprünglich geplant hatte.

P.S.: Bei den mit * gekennzeichneten Produkten handelt es sich um unverbindliche PR-Samples.
Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

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