Make Up für Passbilder | So gelingt es

 

Make Up fuer Passbilder

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Eigentlich dachte ich, es würde ganz easy werden. Mein alter Personalausweis läuft demnächst aus und ich brauchte zum ersten Mal in meinem Leben biometrische Passbilder.

Dafür geht man hier seit Menschengedenken zum – Nein, das ist kein Schreibfehler – Optiker. Es wäre ein schnelle Sache gewesen: Nach der Arbeit schnell vor die Linse – Klick – Bezahlen – Fertig.

Wenn, ja wenn ich nicht drei Tage vorher gegoogelt hätte. „Make Up für Passbilder“. Ich hatte mir fest vorgenommen trotz aller Widrigkeiten auf meinen Bildern nicht wie eine Schwerverbrecherin auszusehen. Und auch nicht wie eine blasse Wasserleiche. Auch entschied ich mich dazu, es diesmal richtig krachen zu lassen und statt zum Optiker zum Fotografen zu gehen. Ich ahnte nicht, dass ich die Büchse der Pandora geöffnet hatte…

Tipps und Tricks für Passbilder

Denn schnell wurde mir klar: Weder mein Alltags-Look, noch mein „Ausgeh-Make Up“ waren für biometrische Passbilder eine Option. Die meisten meiner heißgeliebten Produkte sogar völlig ungeeignet. Nach einiger Recherche und einem kleinen „Shop my stash“ bin ich mit dem Endergebnis den Umständen entsprechend aber ganz zufrieden. Es gibt sie also doch, die „ziemlich okayen Passbilder“. Man muss nur einiges beachten.

Zur Visualisierung habe ich meinen Look noch einmal nachgeschminkt und Bilder im Kunstlicht aufgenommen. Die „Vorher-Bilder“ entstanden abends nach dem Abschminken, was die leichten Rötungen (und meinen müden Ausdruck^^) erklärt. An Fotos aus dem Studio kommen sie nur bedingt heran, helfen aber hoffentlich zur besseren Vorstellung.

1. Die Kleidung

Für die Aufnahme werdet ihr höchstwahrscheinlich vor einem weißen oder grauen Hintergrund sitzen. Vermeidet diese Farben in eurer Kleidung, um auf dem Bild später nicht zu einem Einheitsbrei zu verschwimmen. Auch Schwarz eignet sich nicht, da der Kontrast zu hart ist und die Farbe nahezu jeden blass aussehen lässt. Und blass werdet ihr von allein, denn das Licht beim Fotografen ist kein schmeichelndes Tageslicht, sondern helles Studiolicht. Für die Bilder kommt es nicht darauf an, dass ihr in „gutem Licht dasteht“, sondern alles perfekt ausgeleuchtet ist.

Tragt am besten ein unifarbenes Oberteil in einer kontrastreichen Farbe, die euren Augen und eurem Teint schmeichelt. Ideal sind Hemden oder Blusen mit Kragen und V-Ausschnitt. Leider habe ich nur solche mit kleinen Streifen, so dass ich mich am Ende für ein T-Shirt in einer „meiner“ Farben entschieden habe. Rückblickend hätte es ruhig ein Shirt in einer helleren Farbe sein dürfen, da die Farben auf den Bildern doch etwas dunkler rauskommen als die tatsächlich sind.

Auf dem fertigen Bild sieht man sowieso nur maximal den Halsansatz, weswegen man keine schulterfreien oder weit ausgeschnittenen Oberteile tragen sollte. Sonst sieht es schnell nackt aus. Auch Tücher oder Rollkrägen sind eher ungeeignet, da sie den Eindruck vermitteln könnten, ihr hättet keinen Hals.

2. Schmuck

Weniger ist mehr. Tragt möglichst zeitlosen Schmuck, der nicht von eurem Gesicht ablenkt. Heute tragt ihr vielleicht gerne große Kreolen, aber ob das auch in 6 Jahren noch so ist?

3. Die Haare

Generell gilt: Eure Haare dürfen euer Gesicht und vor allem eure Augen nicht zu sehr verdecken.

Da bietet sich auf den ersten Blick ein Zopf an. Dieser lässt den Kopf auf Fotos allerdings schnell klein erscheinen. Falls ihr euch für offene Haare entscheiden (und die Länge es hergibt), legt sie am besten hinter die Schultern auf den Rücken. Das schmeichelt dem Gesicht und rahmt alles schön ein. Die Haare nach vorn zu nehmen kann unvorteilhaft wirken, weil die Haare somit sehr präsent werden und unter Umständen viel von Gesicht und Hals verdecken. Die Haare auf eine Seite zu legen kann funktionieren, aber auch dafür sorgen, dass es aussieht als hättet ihr einen dicken Puschel auf einer Seite und auf der anderen gar keine Haare.

Egal für welche Frisur ihr euch entscheidet: Unbedingt vor dem Shoot noch mal Kämmen und die Haare in Position bringen. Der Fotograf hat garantiert einen Spiegel und gibt euch die Minute.

So sollte es eher nicht aussehen.
Haare, Kleidung, Make Up, Schmuck:
Ich habe am Ende alles anders gemacht. Haare Passbilder Ausweis

4. Die Haltung

Brust raus, Schultern nach unten und hinten und das Kinn leicht nach vorn schieben. Dabei das Atmen nicht vergessen. Klingt schwierig. Ist es manchmal auch. Daher unbedingt zuhause vor dem Spiegel üben.

Bei biometrischen Bildern dürft ihr übrigens etwas schmunzeln, fast lächeln. Nur dürfen dabei auf keinen Fall eure Zähne zu sehen sein oder die Augen zu sehr zusammengekniffen werden. Sonst wird das Bild abgelehnt.

5. Das Make Up

Kommen wir nun zur Königsdisziplin: Dem Make Up für Passbilder. Wie oben beschrieben, hätte ich hier wirklich ALLES falsch gemacht.

Vorweg: Weniger ist mehr. Jetzt ist die Zeit für „No Make Up-Make Up“. Der Look sollte zeitlos sein UND euch repräsentieren. Auch wenn ihr gerade gerne Smokey Eyes oder einen Cut Crease in warmen Tönen tragt, denkt daran: Der Ausweis gilt je nach Alter 5-10 Jahre. Tragt ihr mit 35 noch das gleiche Make Up wie mit 25?

Die starke Ausleuchtung und die Tatsache, dass das ausgedruckte Bild oft etwas überbelichtet aussieht, sorgen schnell für ein kalkiges Gesicht. Auch wenn wir hier von „No Make Up-Make Up“ sprechen, dürft ihr gern 1-2 Pinselstriche mehr als sonst aufwenden. Das Licht schluckt eine Menge. Dabei ist es wichtig, alles sehr gut zu verblenden. Denn harte Linien werden auf Passbildern noch mehr betont. Ebenso grelle Farben.

Vermeidet unbedingt alle Produkte mit Mica und mineralischem Lichtschutz. Beides reflektiert Licht und sorgt für sogenannten „Flashback“. Das lässt euch nass und fettig aussehen und sorgt im schlimmsten Falle dafür, dass euer Bild abgelehnt wird. Denn das Passbild darf weder starke Glanzpunkte noch Schatten aufweisen.

Allein diese Tatsache sorgte dafür, dass ich nahezu jedes meiner Lieblingsprodukte für das Shooting aussortieren konnte. Sie alle enthalten Mica und/oder Sonnenschutz. Was im Alltag schön glowy und fresh erscheint, sieht auf einem biometrischen Passbild schnell nach fettglänzendem Pfannkuchen aus.

Make Up Tipps für Pasbilder

Das ideale Make Up für Passbilder

Im Folgenden möchte ich euch mein Make Up vorstellen und im Detail erläutern, wieso ich welchen Schritt gemacht habe.

Foundation & Concealer:

Auch wenn ihr sonst keine Foundation tragt, solltet ihr jetzt zumindest einmal darüber nachdenken. Sie gleicht Rötungen aus und lässt euren Teint ebenmäßiger erscheinen. Die einzige Foundation ohne LSF und mit matterem Finish in meinem Besitz ist die Estee Lauder Double Wear (nicht cruelty free). Für den Alltag wäre sie mir auf Dauer zu trocken, für das Foto war sie perfekt.

Die Augenschatten habe ich ein wenig mit dem Born This Way Concealer von Too Faced aufgehellt.

Augenbrauen: 

Augenbrauen sind der Rahmen des Gesichts. Es macht für mich einen riesigen Unterschied, ob ich sie betone oder nicht. Hier würde ich allerdings vorsichtig sein. Stark betonte „Insta Brows“ kommen auf den Bildern später noch stärker zur Geltung.

Puder:

Mein zweites großes Problem neben meiner Foundation. Ohne Puder geht auf Passbildern nichts, egal wie trocken eure Haut sein mag. Allerdings kann ein sehr mattierendes Setting Power rasch zu viel werden, so dass ich hier immer mit leichter Hand arbeiten und gegebenenfalls direkt vor dem Foto noch mal nacharbeiten würde.

Normalerweise bevorzuge ich Puder, die nicht komplett mattieren und statt dessen etwas weichzeichnen. Alles andere setzt sich im Laufe des Tages unschön auf meiner trockenen Stirn habe. Ich habe zig Puder, die das ganz gut hinbekommen. Aber ihr könnt es euch denken: Sie alle enthalten Mica und/oder einen LSF.

Ich habe lange im Netz recherchiert und alle meine Puder auf Flashback gecheckt. Bei den meisten war das Urteil sofort klar und vernichtend. Beim Hourglass Veil Setting Powder schieden sich aber die Geister. Es wirbt offiziell damit keinen Flashback oder „White Cast“ zu hinterlassen, einige Erfahrungsberichte im Netz lasen sich jedoch anders.

Schade, denn dieses Puder hat sich in den letzten Wochen an die Spitze meiner Lieblings katapultiert. Es zeichnet einfach wunderbar weich und schenkt dem Gesicht einen schönen Glow. Darauf wollte ich auf dem Foto eigentlich ungern verzichten. Aber ich las viele Berichte in denen es hieß, dass Puder wäre am Ende doch nicht so Flashback-frei wie beschrieben.

Am Ende war ich mutig und stäubte das Puder vorsichtig mit einem großen, fluffigen Pinsel über das Gesicht. Auf meine T-Zone gab ich das einzige Puder in meinem Besitz, welches wirklich mattiert und kein Mica enthält: Das „All About Matt“ von Essence. Hierfür verwendete ich einen kleinen Puderpinsel und setzte das Puder nur ganz punktuell auf meine Glanzpunkte. Das hat zum Glück wunderbar funktioniert.

Kontur:

Da die Foundation den Teint sehr egalisiert und alles etwas flächig erscheinen lässt, habe ich mit einem matten Konturpuder von Lily Lolo wieder etwas Definition in mein Gesicht gebracht. Ich habe es vor allem unter den Wangenknochen, auf die Schläfen und unter die Kinnlinie gegeben.

Auch die Brennweite des Objektivs – die nicht ganz so selfie-freundlich ist wie die des Handys – lässt Gesichter breiter erscheinen. Der Grund wieso man sagt, man sähe im Fernsehen immer 5 kg schwerer aus.

Über die Unterschiede zwischen Contouring und Bronzing habe ich HIER bereits ausführlich geschrieben.

V.l.n.r.: Ungeschminkt | mit betonten Augenbrauen und Foundation | der komplette Look

Makeup Ausweis Passbilder

Bronzer und Blush:

Den matten Bronzer aus der Hatice Schmidt Kollektion von L.O.V. habe ich auf die Wangen und die obere Stirn gegeben, um dem Gesicht wieder etwas Wärme zurück zu geben.

Als Blush kam „Naturally Pretty“ von it Cosmetics zum Einsatz. Dieses enthält zwar Mica, erschien mir aber auf den ersten Blick matter als viele andere meiner Blushes. Zudem ist dieser Pfirsichton ideal, um das Gesicht ein wenig frischer aussehen zu lassen.

Wichtig: Auch ein wenig Bronzer auf Hals und Schlüsselbein geben, um den Übergang von Gesicht und Hals anzugleichen.

Augen: 

Hier habe ich einen matten Lidschatten in der Farbe meiner Haut auf das gesamte bewegliche Lid gegeben und die Lidfalte mit dem Bronzer von L.O.V. betont. Das kaschiert ein wenig meine leichten Schlupflider und macht den Blick etwas wacher. Den oberen Wimpernkranz habe ich mit einem dunkelbraunen Kajal mit leichtem Goldschimmer nachgezeichnet und die Linie dann etwas ausgeblendet. Wichtig ist hierbei den Kajal nur ab der Mitte des Auges nach außen aufzutragen. So wird das Auge optisch verlängert und die Wimpern verdichtet, ohne die Augen kleiner wirken zu lassen.

Lippen: 

Eine gute Pflege vorweg ist das A & O, um die Lippen etwas praller erscheinen zu lassen. Darüber habe ich „Very Victoria“ von Charlotte Tilbury gegeben. Ein „My Lips But Better“, der etwas Kontrast verleiht, aber nicht zu geschminkt aussieht.

Fazit

Am Ende gilt natürlich auch beim Make Up für Passbilder: Schön ist, was gefällt. Diese Auflistung ist nicht der Weisheit letzter Schluss und sie ist auch kein MUSS. Ich hoffe aber, dass diese Tipps euch dabei helfen das passende MakeUp für eure nächsten Ausweisbilder zu finden und zu kreieren.

 

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6 Comments

  • Reply
    Andrea
    6. November 2019 at 09:57

    Danke, für die Tipps, Kathrin! Wenn ich mir meine letzten Passbilder ansehe, ist mir einiges klar! 😄
    Lg
    Andrea

  • Reply
    Manuela
    6. November 2019 at 14:03

    Deine Tipps kommen wir gerufen. Ich werde mich ganz bald auch um neue Bilder für meinen Ausweis kümmern müssen.

    LG Manuela
    The Beauty Dossier

  • Reply
    Petra
    7. November 2019 at 21:48

    Ich habe meinen auch in diesem Jahr neu machen müssen. Allerdings habe ich mir keinen Kopp gemacht, weil das Bild auf dem alten so aussah, dass man ohnehin nichts sieht. Das neue ist aber tatsächlich so, dass man etwas sieht. Hätte ich das gewusst, hätte ich meine roten Haare und Brauen etwas runtergetunt und auch die beiden warmen Tücher in orange und senfgelb abgenommen. Egal, das Bild sieht trotzdem aus wie ich, nur ohne Hals 🤣

    • Reply
      Kathrin
      7. November 2019 at 21:53

      😂 In 10 Jahren kannst du es noch mal versuchen.

  • Reply
    Petra
    8. November 2019 at 13:32

    I‘ll try my very best!

  • Reply
    Gudrun
    11. November 2019 at 09:41

    Vielen Dank für den Artikel. Ich gehe heute zum Photographen um Passbilder zu machen. Da Ich selbst eine feine aber recht kleine Schminkkollektion habe, muss ich einfach schauen, was ich umsetzen kann. Den größten Fehler habe ich wahrscheinlich heute morgen schon gemacht (VOR dem Lesen dieses Artikels) und einen SPF 30 mineralischen Sonnenschutz aufgetragen, da ist ein Flashback vorprogrammiert, oder? 🙈
    Bezüglich Puder habe ich von Laura Mercier das Loose Setting Powder, ein kurzer Blick in die Inhaltsstoffe auf der Website haben keinen Mica angezeigt. Mal schauen, ob das die Situation retten kann. Drück mir die Daumen!
    Liebe Grüße und guten Wochenstart,

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