Soft & Sensual | Amber, Moschus und Hölzer

Parfums ohne Tierversuche

Werbung ohne Auftrag / enthält PR-Samples*

Hier ist er. Der dritte Teil meiner großen Reihe über Parfums ohne Tierversuche und der, bei dem mir die Auswahl mit am schwersten fiel. Denn Düfte aus der Kategorie „soft & sensual“ sind in meiner Schublade am häufigsten vertreten. Ich stehe total auf Moschus, Amber und alles was warm, weich und ein bisschen sexy ist.

Vielleicht dauerte es auch deshalb so lange bis dieser Artikel online ging. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, welche Parfums ich euch vorstellen möchte. Am Ende sind es also nicht fünf, sondern gleich sieben Düfte geworden, die euch einen kleinen Einblick in die Welt der „skin-like“, sexy und wohlig-warmen Düfte geben soll.

Parfums ohne Tierversuche – soft and sensual

Le Labo – Musc 25

Wir starten gleich mit einem Schwergewicht. Mit diesem Duft verbindet mich eine ganz besondere Geschichte, die ich hier bereits einmal aufgeschrieben habe. Er gehört nämlich zu den City Exclusives des Dufthauses und die Beschaffung gleicht der der Kronjuwelen…

Der Musc 25 von Le Labo ist der moschus-lastigste in dieser Auflistung. Das muss man mögen. Mit Moschus ist es so eine Sache. Angeblich kann man auf drei verschiedene Arten auf ihn reagieren.  Es gibt die Menschen, die total auf Moschus stehen und bei denen er eine nahezu aphrodisierende Wirkung entfaltet. Dann die, die ihn abgrundtief hassen und ihn geradezu als unangenehm empfinden. Und dann gibt es jene Menschen, die ihn – zumindest in seiner reinen Form – gar nicht wahrnehmen können und an einer partiellen Anosmie leiden. Ich gehöre definitiv zur ersten Kategorie! Allerdings bin ich mir seiner Wirkung bewusst, so dass ich den Musc 25 nur an ausgesuchten Tagen und in sehr geringer Dosis anwende.

Musc 25 von Le Labo ist wirklich Moschus pur. In meiner Nase kommt noch ein Hauch weiße Blüten dazu und auch die Aldehyde sind wahrnehmbar, die wohl für den etwas frischen Twist sorgen. Der Moschus  ist eher auf der weißen Seite verortet, bleibt also immer leicht clean und unschuldig und wird nicht so animalisch wie seine dunklen Kollegen. Kein Wunder, dass es die Stadt Los Angeles war, die Pate für diesen Duft stand.

Aber auch hier kann es schnell schwülstig werden und ich merke, dass er je nach Zyklusphase – und wie kaum ein anderes Parfum in meiner Sammlung – anders an mir wirkt. Oder anders von mir wahrgenommen wird. Das geht sogar so weit, dass ich mich zu Beginn dem Phänomen erlegen fühlte, dass der Wein im Urlaub immer besser schmeckt als zuhause. Habe ich wirklich so viel Geld für DIESEN Duft ausgegeben? Und dann kommt wieder einer dieser Tage, an denen ich ich selbst auffressen könnte…

Einmal im Jahr öffnet Le Labo den Verkauf auch für die City Exklusives und bietet vorher die Möglichkeit Proben der einzelnen Düfte zu kaufen. Die Düfte sind dann für kurze Zeit online und weltweit in jeder Le Labo Filiale erhältlich. Einmal gekaufte Flakons (auch die exklusiven) können später übrigens jederzeit in jedem Store aufgefüllt werden. Künstliche Verknappung olé…

Kopfkino:

Müsste ich Musc 25 von Le Labo visuell umsetzen, mein Flatlay sehe so aus:
Edle Seifen, Babypuder und helle Rosen auf weißem Fell. Funkelnder Silberschmuck, Kristallglas und Marmor. Instagram at its best. 

Mit der richtigen Attitüde und einem entsprechenden Outfit (oder gar keinem. HarHarHar.) wird es aber ganz schnell ganz sinnlich und auch ein wenig dirty. 

Noten: Aldehyde, Patchouli, Moschus, Vetiver, Maiglöckchen, Zeder, Rose, Ambergris.

Konventionelles Parfum

Parfums ohne Tierversuche Cobalt Amber Abel

Abel – Cobalt Amber

Eines der neueren Parfums in meiner Sammlung. Ende letzten Jahres stattete ich Savue in Berlin einen Besuch ab und kam ich einer Armada an Samples zurück ins Hotel. Wohl oder übel musste mein Freund ebenfalls Mittesten und so kamen wir beide schnell überein, dass Cobalt Amber von Abel unser beider Favorit sei.

Wieder zuhause ärgerte ich mich ein wenig, dass ich den Duft nicht mitgenommen hatte und so schlug ich dann in diesem Jahr zu.

Hier ist der Name trügerisch und ich bin sehr froh, den Duft vor Ort getestet zu haben. Denn Cobalt – also kühl und blau – ist hier gar nichts. Cobalt Amber erinnert mich frappierend an eine Räuchermischung, die ich früher gerne verwendet habe. Denkt jetzt aber bitte nicht an die Räucherstäbchen aus schwülstigen Hippie-Läden. Nein, eher an ägyptisches Kyphi. Weihrauch, Benzoe, Wein und Honig. Getoppt mit einer deutlichen Prise Tonka.

Cobalt Amber ist ein erwachsener, erdiger Amber mit einer dunklen Schokoladennote. Er besitzt eine gewisse würzige Schärfe, die jedoch nicht störend in den Vordergrund tritt, sondern eine gesunde Symbiose mit den weichen Aroma von Kakao, Amber und Balsam eingeht. Das hier ein ein leichter Amber für alle diejenigen, denen Amber normalerweise schnell zu animalisch und zu heftig wird. Clean, weich, leicht würzig. Einer der Düfte, die ich in den letzten Monaten am häufigsten getragen habe.

Kopfkino:

Ein Spaziergang zur blauen Stunde nach einem heißen Tag. 

Ein antikes Tempelritual im Feuerschein. Der Klang der Trommeln.

Ein Glas Whisky am Abend. 

Kopfnoten: Pinker Pfeffer, Cardamom, Wacholderbeeren
Herznoten: Kakao, Tonka, Peru Balsam
Basisnoten: Amber

Naturparfum

Juliette has a gun – Not a perfume

Auch Not a perfume von Juliette has a gun ist ein alter Bekannter auf dem Blog. Der Duft ist bis heute einer meiner „Die gehen immer“-Düfte und kommt regelmäßig zum Einsatz. Vor allem dann, wenn ich zwar ein wenig Wohlgeruch verbreiten, aber nicht zu intensiv duften möchte.

Denn Not a perfume besteht aus nur einer einzigen Note: Cetalox/Ambroxan. Sie findet sich normalweise in so gut wie jedem Parfum, um andere Düfte hervorzuheben. Alleingenommen verbreitet sie ein holzig-frisches Aroma mit einer leichten Moschusnote.

Ambroxan entwickelt sich auf jeder Haut etwas anders und hilft dabei, den individuellen Duft einer Person zu unterstreichen. Hierbei ist das Parfum aufgrund seiner minimalen Zusammensetzung auch für Duftallergiker*innen geeignet. Allerdings hat so ein Mono-Duft auch seine Tücken: Es gibt Menschen, die ihn nach kurzer Zeit kaum oder gar nicht mehr wahrnehmen. Das liegt dann jedoch meist nicht an einer kurzen Haltbarkeit, sondern daran, dass die Nase sich an den Duft gewöhnt. Nachsprühen hilft da also nicht, sondern allein das Wissen, dass die Umwelt ihn sehr wohl noch wahrnimmt.

Ich selbst nehmen den Duft viele Stunden wahr. Dabei ist er aber nie aufdringlich, sondern bleibt nah an der Trägerin/dem Träger.

Kopfkino:
Toskana. Ich stehe mit einem kühlen Weißwein in der Hand auf der Terrasse. Weiße Wäsche weht im warmen Wind. Der Duft von knorrigem, trockenem Wurzelholz in der gleißenden Mittagssonne liegt in der Luft.

oder

Fresh water in a bottle. 

Noten: Ambroxan. Plain and simple.

Konventionelles Parfum

Parfums ohne Tierversuche vegan

Rituals – Eau d’Orient

Die Parfums von Rituals sind für mich Hidden Gems, über die viel zu wenig gesprochen wird. Es gibt kaum eines, welches ich nicht zu irgendeiner Gelegenheit tragen würde. Die Düfte haben eine ganz besondere Qualität und Ausgewogenheit, wie man sie in dieser Preiskategorie nicht oft findet. Hinzu kommt, dass alle Parfums für unter 10 € auch als kleine Travel Size erhältlich sind und man sich so munter durchs Sortiment testen kann.

Victoire d’Ambre ist einer meiner Favoriten, wird aber anscheinend in Deutschland nicht mehr vertrieben. Gut, dass ich mich für diesem Artike für meinen anderen Liebling Eau d’Orient entschieden habe. Er ist nicht minder schön und für mich eine perfekte Melange aus Amber und Sandelholz. Warm, balsamisch, aber auch leicht würzig. Ein westlicher Orientale, der sowohl in die kalte Jahreszeit, als auch zu einem lauen Sommerabend passt. Ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen: Tom Ford lässt leise grüßen.

Kopfkino:

Es wird Abend und die Menschen fliehen nach Feierabend auf die Straßen und nach Hause. Vor dir geht eine Frau. Sie trägt Skinny Blue Jeans und der üppige Schalkragen ihres hellen Wollpullovers ergiesst sich über ihre etwas abgerockte schwarze Lederjacke. Ein Statement Piece, dass einen interessanten Kontrast zu den weichen Materialen des Pullis darstellt. Ob ihr nicht zu warm ist?

Sie bleibt an einem Schaufenster stehen, um ihr Smartphone zu checken. Du gehst vorbei und nimmst dabei ihren Duft wahr. Warm, sinnlich. Fast ein wenig zu süß, wären da nicht diese würzigen, holzigen Note, die dich an einen orientalischen Markt denken lassen. 

Noten: orientalische Noten, holzige Noten, Pfeffer, Weihrauch

Konventionelles Parfum

Florascent – Umami

Auch Umami gehört schon einige Jahre zu meinen Standards im Duftregal. Vor allem im Winter. Denn dort werde ich mit jedem Atemzug hineinkatapultiert. Rieche ich den Duft von Florascent denkt ich an Schnee. Und auch ein bisschen an Weihnachten. Dabei Umami steht für den 5. Geschmackssinn, der „fleischig“, „schmackhaft“ und „würzig“ abdecken soll. Nicht unbedingt Assoziationen, die ich bei diesem Duft im Kopf habe.

Die frischen Noten aus der Kopfnote lassen sich wirklich nur erahnen und sind nach kurzer Zeit auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Hier dominiert ganz klar die Tonkabohne mit der Vanille. Allerdings nicht süß, sondern trocken. Trocken wie knisternder Pulverschnee, trocken wie die Luft in einem Raum mit alten, staubigen Bücherregalen.

Kopfkino: 

Die Sonne scheint durch das  Loch, welches der Schnee in dem kleinen Fenster übrig gelassen hat, in die Souterrain-Werkstatt. Auf dem großen Holztisch in der Mitte liegt ein altes, vergilbtes Buch.

Zärtlich streicht der alte Mann über den Einband. Schon lange hat er kein so schönes Exemplar mehr zur Restaurierung vorgelegt bekommen. Mittlerweile liegt Staub auf den Werkzeugen im Regal. Heute verlangt kaum noch jemand nach seinen Diensten. Der schnelle Klick im Netz hat sie fast überflüssig gemacht. Schade eigentlich, denkt er. Dann nimmt er noch einen Schluck aus der dampfenden Teetasse und macht sich ans Werk. Sein Werk, welches sich mit dem des längst vergangenen Künstlers verbindet.

Kopfnoten: Yuzu, Cumquat
Herznoten: Osmanthus, Ingwer, Rose
Basisnoten: Tonka, Vanille

Naturparfum

Parfums ohne Tierversuche Eau de Mars amo como soy Florascent

amo como soy – Mi Vida*

Der Parfumstick Mi Vida von amo como soy tanzt in meiner Auflistung der Parfums ohne Tierversuche ein wenig aus der Reihe. Den eigentlich bin ich keine Freundin von Parfums in fester Form.

Die haben für mich meist zu wenig Sillage, sprich sie projizieren für mich zu wenig in den Raum hinein. Man muss doch oft SEHR nah ran gehen, um überhaupt etwas zu riechen. Zudem bestehen sie aus Ölen und Wachsen und genau die möchte ich auf der dünnen Haut der klassischen Duftpunkte hinterm Ohr, im Nacken und am Dekolleté normalerweise nicht haben – Pickelalarm.

Hier mache ich jedoch liebend gern eine Ausnahme. Denn Mi Vida ist das, was sich all die amo como soy-Jünger*innen so lange gewünscht haben: Der eingefangene Duft der Pflegeprodukte. Wer einmal das Glück hatte seine Nase dort hineinhalten weiß, was ich meine. Göttlich!

Das Parfum kommt in Stickform. Somit spart man sich das elende Herumgekratze in einem keinen Pöttchen. Die Verpackung ist sehr edel und macht sich hervorragend in der Handtasche. Der Stick besteht auf bio- und fairtrade-zertifizierten Inhaltsstoffen und kommt ganz ohne Alkohol aus, einem der größten Vorteile von festen Parfums.

Die Basis bilden Wachse und die Öle von Bio Sacha Inchi, Passionsfrucht, Bio Buriti und Patauá-Öl. Und genau danach duftet Mi Vida! Ohne Schareska Beschreibung vorher gelesen zu haben muss ich sofort an Urlaub denken. Sommer, Sonne, etwas Sonnencreme. Hohe Luftfeuchtigkeit und ein grünes Blättermeer. „Mi Vida“ bedeutet „Mein Leben“ und wird auch als „Meine Liebste/mein Liebster“ als Kosename verwendet. Ein passender Name für einen solchen Wohlgeruch.

Scharkeska selbst beschreibt den Duft so:

„Die Inhaltsstoffe erinnern an lebensfrohe und herzliche Menschen, weiße Sandstrände, faszinierende Wasserfälle und die unvergleichliche Pflanzenwelt Südamerikas.“

Treffer würde ich sagen. Daher überlasse ich das Kopfkino nun auch euch. Denn wir sind mittendrin.

Kopfnoten: Bergamotte, Passionsblüte und Mandarine
Herznoten: Aprikose, Pflaume, Rose und Ylang Ylang
Basisnoten: Zedernholz, Zimt und Vanille

Naturparfum

Parfums ohne Tierversuche Eau de Mars Indomptable Cybèle

Eau de Mars – Indomptable Cybèle*

Mein aktueller Neuzugang, in den ich mich schon auf der Vivaness verliebte und der mir nun dankenswerterweise von Eau de Mars zugesandt wurde. Die „unbezähmbare Cybèle“ ist Teil der neuen Göttinnen-Reihe des französischen Dufthauses aus La Rochelle.

Cybèle wird als Göttin der ursprünglichen, wilden Natur und der Hüterin des Wissens und der Reichtümer des Lebens beschrieben. Liest man sich in ihre Mythologie ein wird es wie immer blutig, leicht wahnsinnig und es fallen Worte wie „wilde Musik“, „Wein“ und „Ekstase“. Das nun ausgerechnet die unbändige Cyblèle das Wurzel-Chakra (und somit meine Baustelle) repräsentiert und ich dem Duft darüber hinaus sofort verfiel: Es überrascht mich nicht wirklich.

Heliotrop, Oud, Amber und Vetiver machen in meiner Nase die Hauptaspekte dieses großartigen Duftes aus. Er ist stark, waldig und dennoch sinnlich und warm. Indomptable Cybèle wird mich die nächste Zeit oft begleiten. Durch die Kühle der trockenen Hölzer und die balsamischen Noten von Amber Heliotrop ist der Duft für mich ein Kandidat sowohl für den Sommer, als auch den Winter. Wer also die starke Cybèle in sich spürt, sollte hier unbedingt eine Nase riskieren.

Kopfkino: 

Hatten wir oben eigentlich schon genug, oder? 
Weil’s so schön ist, möchte ich hier noch einmal den englischen Wikipedia-Eintrag zitieren.

„[…] She was partially assimilated to aspects of the Earth-goddess Gaia, her Minoanequivalent Rhea, and the harvest–mother goddess Demeter. Some city-states, notably Athens, evoked her as a protector, but her most celebrated Greek rites and processions show her as an essentially foreign, exotic mystery-goddess who arrives in a lion-drawn chariot to the accompaniment of wild music, wine, and a disorderly, ecstatic following. […] In Greece, Cybele is associated with mountains, town and city walls, fertile nature, and wild animals, especially lions.“
[Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Cybele]

Kopfnoten: Zitronenschale, Safran
Herznoten: Heliotrop, Patchouli, Vetiver, Zimt
Basisnoten: Balsamische Noten, Oud, ambrierte Holznoten, Virginia-Zeder

Naturparfum

Das war er, der dritte Teil meiner Reihe über Parfums ohne Tierversuche. Er ist deutlich länger geworden als alle anderen, deckt aber auch meine liebste Duftkategorie ab.

Wer die anderen Artikel nochmal nachlesen möchte, kann das hier tun:

  1. Non-Girly | Wood, Spices and some Tea
  2. Foody & Fruity | Früchte, Schokolade und Obst

Nun steht noch ein letzter Artikel über Parfums ohne Tierversuche aus. Welcher Kategorie mag er sich wohl widmen? Na, was meint ihr?

P.S.: Bei den mit einem * gekennzeichneten Produkten handelt es sich um PR-Samples. Diese wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

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