Individuelle Hautpflege | Wie ich meine Pflege wähle #1

Tipps zur individuellen Hautpflege

enthält PR-Samples*

Kaum ein Artikel ist in der letzten Zeit so oft eingefordert worden wie dieser hier. Ich bekomme unzählige Fragen zu meiner individuellen Hautpflege und auch Wünsche nach konkreten Empfehlungen. Um die Beantwortung ab sofort etwas leichter zu machen, habe ich mich dazu entschieden diesen Artikel zu verfassen, um in Zukunft auf ihn verweisen zu können. Ihm wird noch ein zweiter folgen, in dem ich noch einmal genauer auf verschiedene „Key-Inhaltsstoffe“ eingehen, die mir für meine individuelle Hautpflege wichtig sind.

Individuelle Hautpflege – Was ist wichtig zu wissen?

Das hier ist kein „How to“ für den perfekten Teint. Individuelle Hautpflege ist – wie der Name schon sagt – individuell. Was für mich funktioniert, muss es für euch noch lange nicht tun. Ich kann und will keine konkrete Beratung geben, denn ich bin keine Dermatologin. Der Zustand unserer Haut wird von vielen Faktoren beeinflusst. Die Pflege ist nur einer davon. Ebenfalls wichtig sind die Ernährung, die Gene und die Tatsache, ob ihr hormonell verhütet.

Ich habe im Laufe der Zeit einige Male die Pille ausgesetzt, für jeweils mindestens 1 Jahr und länger. Und obwohl ich als Teenager nie wirklich mit unreiner Haut zu kämpfen hatte, wurde meine Haut ohne Pille jedes Mal und für den kompletten Zeitraum des Verzichts deutlich schlechter. Wer also nicht hormonell verhütet und unter unerwünschten Hautzuständen leidet, wird es unter Umständen schwerer haben den Wunschzustand zu erreichen. Der Tatsache müssen wir leider ins Auge sehen.

Nichtsdestotrotz hoffe (und glaube) ich, dass ihr aus diesem Artikel einiges mitnehmen könnt. Ich zeige euch auf, wie ich meine individuelle Hautpflege auswähle, auf was ich achte und was auch euch ganz Allgemein von Nutzen sein kann.

#1 Know your skin!

Schon gleich zu Beginn scheiden sich die Geister. Als ich anfing mich mit Pflege zu befassen, fand man meist Produkte für 5 Hauttypen im Regal. „Trockene Haut“, „Normale Haut und Mischhaut“, „Fettige Haut“, „Reife Haut“, „Empfindliche Haut“. Bis zu einem gewissen Alter fiel es mir relativ leicht mich in eine Kategorie einzusortieren. 

Doch was macht man mit 30, wenn die T-Zone plötzlich nicht mehr ganz so fettig ist, sich erste Mimik-Fältchen zeigen und die Stirn furztrocken wird? Die Haut darüber hinaus vielleicht sogar gelegentlich mit Rötungen reagiert? Hier ist guter Rat teuer. Im wahrsten Sinne. Muss ich jetzt 3 Tiegel kaufen?

Geholfen hat mir der Ansatz, dass wir weg müssen von der Einteilung von Hauttypen hin zu Hautzuständen. Der Gedanke dahinter: Unsere Haut an sich IST normal. Alles was wir an Zuständen darüber hinaus erleben – Falten, übermäßige Talkproduktion, trockene Stellen, etc. – ist eine Reaktion auf verschiedene Faktoren, unter anderem auch unsere Reinigung und Pflege. Sind die nicht optimal, gerät unsere Haut aus dem Gleichgewicht.

Beispiel: Übermäßige, „porentiefe“ Reinigung kann zu vermehrter Talgproduktion führen und somit zu vermeintlich fettiger Haut. Zudem wird die Hautbarriere bei zu harscher Reinigung – beispielsweise durch alkalische Seifen, Scrubs, Bürsten, etc. – verletzt, was dazu führt, dass die Haut mit Entzündungszeichen reagiert und schädliche Einflüsse noch leichter eindringen können.

Bei Feuchtigkeitsarmut hilft es nicht, einfach ein Feuchtigkeitsserum auf die Haut auftragen und zu glauben, damit wäre es jetzt getan. Es braucht auch eine abschließende Schicht, die diese in der Haut hält und an der Verdunstung hindert. Und wer etwas gegen Falten tun möchte, kann noch so teure Cremes verwenden. Wenn am Lichtschutz gespart wird, sind die absolut nichts wert. 

(Ausnehmen möchte ich hier explizit medizinisch behandlungswürdige Hautsituationen wie Schuppenflechte, Rosazea, schwere Akne und Neurodermitis. Hier sollte ein Profi zu Rate gezogen werden.)

Individuelle Hautpflege Tipps

#2 Don’t listen to the others

Okay, das war jetzt etwas ketzerisch. Natürlich sollt ihr zuhören und euch inspirieren lassen. Aber immer unter der Voraussetzung, dass ihr Punkt 1 beherzigt. Was für eure Kollegin das absolute Nonplusultra zu sein vermag, muss eure Haut unter Umständen gar nicht mögen. Und auch die Top-Influencerin auf Instagram sollte nicht das Maß aller Dinge sein. Menschen, die im Rampenlicht stehen, haben im Allgemeinen mehr Geld und Kapazitäten für regelmäßige Treatments und kleine Optimierungen wie Filler und Co. Ohne die sie höchstwahrscheinlich auch nicht so aussähen wie sie eben aussehen.

Aber gerade wenn es um das Verständnis von Inhaltsstoffen und Wirkweisen geht, ist es immer gut mal über den Tellerrand zu schauen. Es gibt viele tolle Menschen, die sich leidenschaftlich mit diesen Themen befassen und von denen wir viel lernen können. Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen, denn sie bestärkten uns darin zu lernen und zu verstehen, was unsere Haut braucht.

Schaut mal vorbei bei:

Incipedia
Skincareinspirations
Beautycalypse

#3 Take your time

Das hier ist nichts für Ungeduldige. Auch wenn immer wieder suggeriert wird, dass manche Menschen bereits nach kurzer Zeit bahnbrechende Erfolge mit diesem oder jenem Produkt vermelden können: Der Zyklus unser Haut beträgt gute 4 Wochen. Sprich: Von einem Pickel der heute sprießt, wirst du auch in drei Wochen noch etwas haben. Unter Umständen sogar länger, wenn er ein Mal hinterlässt.

Wer ein neues Produkt auf der Haut testet, sollte ihm mindestens diese 4 Wochen gehen, um zu zeigen was es kann. Ausgenommen natürlich Unverträglichkeitsreaktionen. Hier lohnt es sich in den meisten Fällen nicht auf Besserung zu hoffen. Produkte, die diese verursachen sollten gleich aussortiert werden.

(Ausnahme: Chemische Peelings, Vitamin C und Retinol. Hier wird gerne zu schnell zu viel gewollt und der Mensch denkt, er würde sie nicht vertragen. Oftmals hilft aber eine Verringerung der Dosis und eine Verlängerung der Intervalle, um die „Überreaktion“ in den Griff zu bekommen. Der Nutzen der Wirkstoffe ist es in diesem Falle wert zu Experimentieren.)

#4 To cherry-pick or not to cherry-pick

Auch hier ist man sich uneins. Gerade Kosmetiker*innen und Verkäufer*innen vertreten oft die Meinung, dass es Sinn macht, die komplette Range einer Marke zu verwenden. Nur so könnten die einzelnen Produkte ihre komplette Wirkung entfalten.

Es gibt jedoch auch jene Vertreter*innen, die das für eine reine Marketingstrategie halten und sich deutlich dafür aussprechen genau zu schauen, was das einzelne Produkt für einen kann und sich, gerade bei höherpreisigen Brands, auf einige wenige Kandidaten zu konzentrieren. Während beispielsweise die Reinigung auch aus der Drogerie stammen darf.

Die Argumente beider Lager klingen für sich genommen schlüssig. Die einen argumentieren mit der Symbiose der perfekt aufeinander abgestimmten Produkte. Die anderen damit, dass oftmals nur ein Produkt einer Linie diesen einen, ganz besonderen Inhaltsstoff in großem Umfang enthält und der Rest eher Beiwerk ist. Es reiche also völlig aus, auf die Creme oder das Serum zu setzen und beim Rest auf die Produkte zu bauen, mit denen man unter Umständen langjährige, gute Erfahrungen gemacht hat.

Ich muss gestehen: Es macht schon was her, wenn im Bad ein einheitliches Bild herrscht. Dennoch gehören ich definitiv zu den Cherry-Pickern. Einfach, weil mich auf lange Sicht noch nie eine ganze Range überzeugt hat. Einzelne Player aber sehr wohl.

individuelle Hautpflege Spezialpflege
#5 Never skip the essentials

Einige von euch warten sicherlich darauf, dass ich konkrete Produktnamen nenne und Empfehlungen ausspreche. Und tatsächlich gibt es einige Kandidaten, die sich bei mir auf lange Sicht bewährt habe. Viel wichtiger aber finde ich es zu schauen, was sich dahinter verbirgt. WARUM dieses oder jenes Produkt so gut für mich funktioniert und auf welche Inhaltsstoffe ich setze.

Nach 8 Jahren Beautybloggen maße ich mir an zu behaupten, dass ich ganz gut einschätzen kann was meine Haut mag und was nicht. Ich kenne den Rahmen in dem ich mich bewegen kann und weiß auch wo Schluss ist. So haben sich für mich ein paar Essentials herauskristallisiert, die sich immer in irgendeiner Form in meiner Hautpflege wiederfinden. Manchmal bewege ich mich hier und da ein wenig abseits des Pfads, aber das Grundgerüst steht und daran wird auch wenig gerüttelt.

Meine AM Routine

  • Mildes Mizellenwasser
  • Vitamin C 
  • Toner ohne austrocknenden Alkohol
  • Serum für Feuchtigkeit
  • Augencreme
  • Öl oder Creme 
  • LSF

Meine PM Routine

  • Mildes Mizellenwasser, um Augen-MakeUp zu entfernen
  • Milde Reinigungsmilch für das restliche Gesicht (Mit Mikrofasertuch abnehmen)
  • Mizellenwasser, um alle Reste zu entfernen
  • Augencreme
  • Toner ohne austrocknenden Alkohol
  • Mind. 15 Minuten Wartezeit
  • Chemisches Peeling (BHA punktuell auf T-Zone oder Glycolsäure auf das gesamte Gesicht)
  • Retinol
  • Öl oder Creme
  • Auf trockene Stellen gebe ich zusätzlich einen Balm

Einmal in der Woche ersetze ich die letzten Steps nach dem Peeling durch eine Maske und trage danach nur noch das Retinol auf.

Essentiell sind für mich hierbei – neben der vernünftigen Reinigung natürlich –  die chemischen Peelings, das Retinol, Vitamin C und der Sonnenschutz. Auf sie verzichte ich NIE. Alle anderen Schritte sind variabel und untereinander austauschbar.

Da ich weiß, dass nicht jeder mit allen Schritten etwas anfangen kann, werde ich in einem zweiten Artikel näher auf das „Warum“ eingehen. Bis dahin hoffe ich, dass euch meine Artikel auf dem Weg zu eurer individuellen Hautpflege ein wenig weiterhelfen konnte.

Solltet ihr Feedback oder Fragen haben, stellt diese gerne in den Kommentaren. Ich werde versuchen im nächsten Artikel auf sie einzugehen.

P.S.: Bei einigen der auf den Bildern gezeigten Produkte handelt es sich um PR-Samples. Diese wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Das Serum von Lani ist Teil einer bezahlten Zusammenarbeit auf Instagram. Die Platzierung auf dem Blog war nicht Teil der Kooperation. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

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1 Comment

  • Reply
    Simone
    16. Mai 2018 at 19:22

    Hallo Kathrin,
    bravo und danke für diesen Artikel. Viele kleine Tipps, die ich selber auch mal probieren werde.
    Leider ist das tatsächlich so, wie von dir schon beschrieben, jedes Hauttyp ist anders und braucht entsprechend eine individuelle Pflege.
    Deswegen ist es meisten probieren und schauen, wie die Haut reagiert. Deswegen ist es gut, wenn andere Ihre Erfahrungsberichte öffentlich machen.

    LG
    Simone

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