Vegane Parfums | Non-Girly | Wood, Spices & some Tea

Non-girly Perfumes Enthält PR-Samples*

Ja, der Titel ist plakativ gewählt. Aber als ich darüber sinnierte, wie ich die gleich folgenden Düfte beschreiben würde, kamen mir zig Adjektive in den Sinn. Und eines eben gar nicht: „girly“.

Und so eröffnen jene „non-girly“-Düfte diese neue Blogreihe, in der ich euch meine aktuellen Favoriten aus verschiedenen Duftfamilien vorstellen möchte. Sie alle sind cruelty free und vegan und dennoch weit entfernt von den klassischen, immer gleichen „Öko-Noten“, die früher tierversuchsfreie und vegane Parfums oft dominierten. 

Ich bin mir bewusst, dass Düfte etwas sehr persönliches sind. Man liebt oder man hasst sie und verbindet lebenslange Erinnerungen damit. Einige von uns kommen mit einem einzigen Parfum durch das Jahr, andere wechseln ihren Duft wie die Kleidung. Betrachtet diese Reihe einfach als Blick in meine persönliche Duftschublade. 

Denn genau dieser stand auch am Anfang dieser Blogreihe über vegane Parfums. Eigentlich wollte ich einfach ein paar cruelty free Parfums vorstellen. Schnell merkte ich aber, dass ich davon so viele besitze, dass ich tatsächlich schon mehrere Favoriten pro Duftfamilie zusammen bekomme. Hier also ein kleiner Einblick in meine „non-girly“-Düfte. 


Penhaligon’s Blenheim Bouquet

Dieser  Duft ist für mich immer noch der Inbegriff von Minimalismus. Hier stört keine Blume, keine Süße und kein weicher Moschus. Aber auch die typisch männlich assoziierten Bestandteile wie rauchiges Holz, prickelnde Gewürze und dunkles Leder fehlen hier.

Blenheim Bouquet ist tatsächlich wie ein guter Gin. Passt immer, wie ein frisch gewaschenes weißes Shirt und besitzt eine gewisse zitrische Note, die den Duft leicht macht und ihm die Kratzigkeit nimmt. 

Eigentlich wurde der Duft für den Mann kreiert. Winston Churchill, Prinz William und der Duke of Marlborough gehör(t)en zu seinen Anwendern. In meinen Augen ist er jedoch absolut unisex und ideal für all die Gelegenheiten, in der wir unsere Präsenz mit einer Prise Professionalität, Frische und Klarheit unterstützen wollen. 

Kopfkino:

Die Morgensonne scheint durch die Fenster in die Küche in der eine Frau barfuß steht und Kaffee bereitet. Sie trägt das weiße Hemd ihres Liebhabers und hat einige Tropfen seines Duftes aufgelegt. Gleich wird sich sich ihre schwarzen Hosen überstreifen, in die Loafers schlüpfen und sich die Haare zu einem Messy Bun bindend in den Tag stürzen. 

Kopfnoten: Zitrone, Limette, Lavendel
Herznoten: –
Basisnoten: Kiefer, Moschus, Schwarzer Pfeffer

Tee Düfte  non-girly Perfumes


Florascent Thé Vert

Dieser natürliche Duft ist als Unisex-Produkt konzipiert, bewegt sich aber in den etwas lieblicheren Gefilden. Herb-frischer grüner Tee trifft auf frische Zitrusnoten und weiche Jasmin- und Osmanthusblüten. 

Thé Vert ist ein unaufdringlicher Duft, der die Trägerin (oder den Träger) umspielt. Tee, Agrumen und Cedernholz geben ihm eine klare Linie, während die Blüten und das Labdanum für einen leicht blumigen, warmen Twist sorgen.

Ganz der Tradition der Parfumkunst des 17. Jahrhundert verschrieben, wird jeder Flakon von Hand gefüllt und versiegelt. 

Kopfkino:

Ein japanischer Garten an einem Frühlingstag. Die Tau liegt auf den Blättern der Büsche, die langsam von der Morgensonne aufgewärmt werden. Leise klingen die hellen Töne eines Windspiels in den Bäumen herüber.

Kopfnoten: Bergamotte, Limette
Herznoten: grüner Tee, Osmanthus, Jasmin
Basisnoten: Cedernholz, Labdanum


100Bon Eau de Thé et Gingembre

Dieser Tee kommt so ganz anders daher. Eher schwarz als grün und nicht so präsent wie bei Florascent.
Das Bergamotte überwiegt hier eindeutig. Zusammen mit dem Ingwer ist dieser Teeduft spritzig, knackig und deutlich trockener als Thé Vert. Im Dry-Down wird dieser Naturduft pudrig-holzig und versprüht eindeutig ein Gefühl von „Frisch geduscht“. Und je länger er auf der Haut weilt, desto deutlicher wird diese – nicht unangenehme –  „Duschgel“-Note.

Eau de Thé et Gingembre ist ein absoluter Gute-Laune-Duft, der die Stimmung hebt und dicht an der Trägerin (oder dem Träger) bleibt. Ideal für warme Tage, an denen man morgens einen kleinen „Up Lift“ braucht und den Rest des Tages wie soeben des Bades entstiegen duften möchte. 

Kopfkino:

Ein frisch bezogenes Bett, eine Tasse Earl Grey in der Hand und im Hintergrund das Rauschen des einlaufenden Badewassers. 

Kopfnoten: Zitrone, Pampelmuse, Bergamotte
Herznoten: Jasmin, Pudernoten, Ingwer
Basisnoten: Amberholz, Vetiver, Cedernholz

Vegan Perfumes Brooklyn Soap Company Abel


Abel Red Santal

Dieser naturreine Sandelholzduft ist Meditation pur. Tief, kontemplativ und holzig. Ohne dirty Hippie-Note, aber dennoch nahezu spirituell. Der Duft startet mit kitzelndem Pfeffer, der aber schon nach kurzer Zeit dem üppigen Sandelholz Platz macht, das durch Ingwer und Bergamotte verfeinert wird.

Abel steht für Naturparfüms der Extraklasse. Sie leben auf der Haut und entwickeln sich im Laufe des Tages und je nach Körperchemie zu einem ganz eigenen Duft. Minimalistisch, geerdet und dabei wunderbar ausgewogen. 

Kopfkino: 

Ich sitze auf dem Boden und schließe die Augen. Einatmen. Ausatmen.  Die Bilder des Tages ziehen an mir vorbei wie Wolken. Mein Atmen und der Takt meines Pulses synchronisieren sich. Mein Geist gibt sich der Stille hin. Kraft tanken für neue Aufgaben. 

Kopfnoten: Nelke, pinker und schwarzer Pfeffer
Herznoten: Bergamotte, Ingwer, Thymian,
Basisnoten: Ostindischen, westindisches und australisches Sandelholz


Brooklyn Soap Company The Woods*

„Der Duft für den gepflegten Gentleman“, „stilvolle Männlichkeit“, „der urbane Mann“.

Vergesst all das. Dieser Duft hat sich in Kürze zu einem meiner absoluten Lieblinge entwickelt. Trotz Mangels an urbaner Männlichkeit. 

The Woods ist ein ausgewiesener Männerduft, ist in meinen Augen aber für alle geeignet, die es gerne etwas forscher und erdiger mögen. Die Noten verschmelzen zu einem warmen, holzigen Duft, der Dank des Verzichts aufs Eichenmoos, Zeder und Co. nicht allzu „männlich“ daher kommt. Ein bisschen wie sehr dunkle Schokolade: Süß, aber dennoch herb. Maßvoll und langsam zu genießen.

Kopfkino:

Godless. Eine Frau im amerikanischen Wilden Westen. Das Kleid zerschlissen, die Hände dreckig und die langen Haare zerzaust im Gesicht. Sie steht ihren Mann –  nein, eher die Frau – und strahlt dennoch eine subtile Sinnlichkeit aus.

Kopfnoten: Mandarine, Schwarzer Pfeffer, Frischer Ingwer, Bergamotte, Thymian
Herznoten: Absinth, Bleiche Schwertlilie, Roter Pfeffer, Muskat
Basisnoten: Myrrhe, Bernstein, Moschus, Siam-Benzoe, Kaschmirholz, Weihrauch 

non-girly perfumes Lush Karma


Lush Karma

Die Düfte von Lush liebt man oder man hasst sie. Oder aber gleich beides.
Meine Hassliebe zu Karma dauert nun schon fast 20 Jahre an. Ich kenne kein Parfum, welches diesem Duft auch nur annähernd ähnlich ist. Karma ist Woodstock pur. Ekstatisch, üppig und ein bisschen sirupartig. 

Die fruchtigen Noten holen das Patchouli ein wenig raus aus der Ecke mit dem dunklen Samt und den Räucherstäbchen und machen es alltagstauglich. Ein Duft für Freigeister, Hexen und Bibliothekare. Michael Stipes und Alanis Morisette sollen übrigens ebenfalls Fans von Karma sein. 

Kopfkino:

Ravi Shankar, Joan Baez, Janis Joplin und The Who spielen auf der Bühne. Davor entrückt sich die Masse. Etwas abseits des Geländes, unter einem Baum, sitzt ein junger Mann und liest „Siddartha“. Hippie as Hippie can be. 

Kopfnoten: Orange, Lavendel
Herznoten: Lemongrass, Pinie
Basisnoten: Patchouli, Elemi

vegan perfumes guide

*P.S.: Die mit einem * gekennzeichneten Produkte wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

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7 Comments

  • Reply
    Claudia
    3. Januar 2018 at 23:54

    Toller Post. Ich bin absoluter Parfumjunkie, habe bestimmt um die 30 Düfte. Blenheim Bouquet habe ich schon eine Weile im Auge. Ich liebe Juniper Sling und Vaara von Penhaligon‘s. Ich freue mich schon auf die weiteren Posts.

  • Reply
    Silke Puls
    4. Januar 2018 at 08:20

    Toller Beitrag! Thé Vert gefällt mir auch sehr gut, ebenso wie Thé Blanc von Florascent.

  • Reply
    Helga
    4. Januar 2018 at 10:15

    Danke für den schönen Beitrag, bei Penhaligon‘s habe ich gestern gleich mal eine kleine Auswahl bestellt (gut dass Blenheim Bouquet im Set mit 5x10ml enthalten ist).

    Die anderen muss ich mir auch mal näher anschauen, du hast sie wirklich sehr ansprechend beschrieben.

  • Reply
    Valandriel Vanyar
    7. Januar 2018 at 11:36

    Danke dir für die neue Blogreihe! Ich mag Parfüms ja sehr, auch wenn ich nicht so häufig neue kaufe (Kostenfaktor). Sie klingen alle wunderbar, da muss ich mal schnuppern gehen oder Proben bestellen 🙂
    Tipp: Ein kleiner Hinweis auf Preise wäre irgendwie cool, dann kann man gleich nach Preisliste sortiert anfangen zu suchen, sollte einem etwas von der Beschreibung her gefallen 🙂

    Karma klingt ein bisschen wie Mystique von Wolkenseifen, das es leider gar nicht mehr gibt.

    Liebe Grüße
    Valandriel

  • Reply
    Antje
    21. Februar 2018 at 09:40

    Ich liebe es, wie du Düfte beschreibst!!! Ich habe momentan kein Parfum. Bei den synthetischen Düften bekomme ich seit der Schwangerschaft und Geburt Kopfschmerzen, daher habe ich meine gesamten Parfums vreschenkt. Und nun finde keines, was mir wirklich gefällt. Ich hätte gern eines, was ein wenig frisch mandarinig riecht und eines, was warm, zart und puderig riecht, aber unaufdringlich. Ich teste gerade Abel „Golden Neroli“. Ja, ich könnte es vielleicht auch einfach lassen, aber ich verbinde mit jeder meiner Lebensphasen einen bestimmten Duft und ich liebe Düfte. Ich hoffe sehr, du setzt diese Reihe fort und inspirierst mich zu dem einen oder anderen Duft.

    • Reply
      Kathrin
      22. Februar 2018 at 08:46

      Liebe Antje,

      vielen Dank für das tolle Lob <3 Für frisch mandarinig fällt mir spontan Kumquat von Florascent ein. Ganz neu auf der Vivaness geschnuppert und einer meiner Sommerkandidaten. Pudrig kommt dann auch noch 😉 Gestern ging ja schon mal Teil II online.

      Liebe Grüße

      • Reply
        Antje Maria
        26. Februar 2018 at 15:24

        Liebe Kathrin, vielen lieben Dank für deine Empfehlung. Ich hab mir heute eine Probe von dem Duft geordert und natürlich gleich noch ein paar andere. 😊 Ich freue mich schon aufs Testen.
        Teil II fand ich übrigens auch großartig. Aus zweierlei Gründen: 1. Ich kenne die Düfte noch gar nicht und finde es immer toll auf für mich Unbekanntes aufmerksam gemacht zu werden.
        2. Ich hab Lust, mir die Düfte nachzukaufen. Nicht, um sie zu tragen, sondern wegen des Kopfkinos, welches du so schön beschreibst. Klingt wie Urlaub vom Alltag.
        Liebste Grüße, Antje

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